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Australische Kunst und Architektur

Enzyklopädieartikel
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Sydney Long: Griffith’s Farm (um 1872)Sydney Long: Griffith’s Farm (um 1872)
Artikelgliederung
1

Einleitung

Australische Kunst und Architektur, die Kunst und Architektur europäischer Herkunft in Australien vom Ende des 18. Jahrhunderts bis heute. Sie unterscheidet sich von der Kunst der Aborigines.

2

Kultureller Überblick

2.1

Auswirkungen der Kolonisierung

Die Besiedlung Australiens durch Europäer begann 1788, als New South Wales als britische Strafkolonie gegründet wurde. Ende des 19. Jahrhunderts hatte die australische Gesellschaft den höchsten Verstädterungsgrad der Welt aufzuweisen mit einem zugleich hohen Anteil an Privathäusern. Die Kolonialzeit hatte beträchtliche Auswirkungen auf die Art des Wohnraumes, denn die freien Siedler bevorzugten einzelstehende, einstöckige Häuser als Wohngebäude. Deshalb ist es trotz der hervorragenden Architektur vieler öffentlicher Gebäude nicht erstaunlich, wenn die Architekturgeschichte Australiens mit der Entwicklung des Privathauses verbunden ist.

Die zweite wichtige Auswirkung der Kolonisierung lag in der Entstehung eines Mythos um den Pionier und der Begriff der frontier (Außengrenze der Zivilisation). Im Wesentlichen beinhaltet der Grenzmythos die Fruchtbarmachung der Landschaft Australiens durch die Weißen. Der Grenzmythos durchdrang die Entwicklung der Kunst und Architektur, weil er mit der Suche nach einer nationalen Identität eng verflochten war. Aus dem romantisierenden Blickwinkel einer stark verstädterten Gesellschaft wurde der australische Busch stets als Merkmal des Landestypischen verstanden. Auch im 20. Jahrhundert werden die Landschaftsmaler noch zu Kulturhelden der Nation verklärt. Und die mit der Landschaft verbundene Kunst ist für die breite Öffentlichkeit am leichtesten zugänglich.

2.2

Identität und Isolation

Während die Suche nach einer nationalen Identität sich belebend auf viele Künstler und Architekten auswirkte, war sie für andere eine überflüssige Fragestellung. Der Ansatz mancher Künstler, Australien sei als westliche Gesellschaft auf der südlichen Halbkugel räumlich isoliert und von den intellektuellen Strömungen in Europa und den USA abgeschnitten, ist sicher nur teilweise richtig. Im 19. Jahrhundert, als die von den ankommenden Schiffen mitgebrachten Nachrichten aus Europa von den weißen Einwohnern sehnsüchtig erwartet wurden, war die Aufnahme von Literatur, Kunst und Architektur aus Europa erstaunlich hoch. Die australische Bildungselite blieb auf dem neuesten Stand der Entwicklungen im Ausland, aber eine authentische australische Kunst und Architektur musste mit großen Anstrengungen formuliert werden.

Heute zeigt ein regelmäßiger Zustrom von Ausstellungen die neuesten Entwicklungen außerhalb des Kontinents, weshalb australische Künstler gut mit der internationalen Kunst vertraut sind. Gleichzeitig gibt es eine immer stärkere Hinwendung zu regionalen Phänomenen und zur Kunst der Ureinwohner.

In der Architektur finden sich sehr differenzierte Regionalstile. Beispielhaft mag dies das herkömmliche Privathaus in Queensland erklären, das wegen des tropischen Klimas seit dem letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts auf Stelzen steht und eine Raumaufteilung besitzt, die eine gute Durchlüftung ermöglicht. Wobei die um das Gebäude laufende Veranda als weiterer, außenliegender Wohnraum gilt. Solche einheimischen Bautraditionen, die als Reaktion auf die klimatischen Bedingungen entstanden sind, wurden in letzter Zeit von einheimischen Architekten verändert und erneuert.

2.3

Eine Mischkultur

Im 19. Jahrhundert drückte sich die britische Vorherrschaft durch ein spezifisch englisches Bildungs- und Verwaltungssystem aus. Auch Kultureinrichtungen wurden nach englischen Vorbildern organisiert. In der Architektur wurden die repräsentativen Bauten im Stil des Gothik Revival und des Klassizismus errichtet, wenn es auch einen nicht unerheblichen Einfluss nichtbritischer Einwanderer gab. Dieser war sogar höher als es ihrem tatsächlichen Bevölkerungsanteil entsprach. Im 19. Jahrhundert gab es einen deutschen Einfluss in der Architektur und Stadtplanung und auch im Werk naturkundlich orientierter Maler (Ludwig Becker) sowie in den romantischen Landschaftsbildern des Eugène von Guérard.

Seit den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts bis heute haben Immigranten die bildende Kunst und Architektur besonders in den abgeschlossenen australischen Städten belebt.

3

Geschichte

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