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Avalokiteshvara

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Buddhistischer Tempel in Sichuan (China)Buddhistischer Tempel in Sichuan (China)

Avalokiteshvara (Sanskrit: der gnädig herabblickende Herr), Bodhisattva des Mitgefühls, der sowohl im Mahayana- wie auch im Theravada-Buddhismus verehrt wird. Als Bodhisattva ist Avalokiteshvara den größeren Buddhas angeblich untergeordnet und gilt als eine Verkörperung des Buddhas Amitabha. Einigen Überlieferungen zufolge schuf er das materielle Universum, das er nach dem Tod des historischen Buddha und bis zur Ankunft des kommenden Erlöser-Buddhas Maitreya überwacht. Er wird häufig elfköpfig dargestellt, da sich sein Kopf angeblich bei dem schmerzlichen Gedanken an die Vielzahl der noch zu erlösenden Wesen in zehn Teile aufspaltete. Amitabha formte daraufhin jeden Teil in einen ganzen Kopf um und setzte seinen eigenen obendrauf. Die Verehrung des Avalokiteshvara entstand in Indien bereits in frühen Zeiten und wurde im 1. Jahrhundert n. Chr. in China eingeführt, wo er als Guanyin (Wade-Giles, Kuan-yin) bekannt ist. In der chinesischen Kunst wird er häufig als androgyne oder sogar weibliche Gestalt dargestellt. Obwohl Buddhas eigentlich geschlechtliche, wie auch alle anderen Unterschiede transzendieren, soll dadurch die Angleichung an eine einheimische Muttergöttin ausgedrückt werden. Im Reinen Land-Buddhismus wird er insbesondere in Japan als Kannon verehrt, da er angeblich zusammen mit Amitabha als einer seiner bedeutendsten Begleiter im „Reinen Land” residiert. In der Kunst wird er in unterschiedlichen Formen dargestellt, da er eine Vielzahl von Gestalten annehmen kann, die zur Milderung des Leidens dienen. In einer seiner ausdrucksvollsten Darstellungsform besitzt er viele Arme mit jeweils einem Auge, was Avalokiteshvaras ständige Wachsamkeit und Besorgnis um die lebenden Wesen symbolisiert.

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