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Windows Live® Suchergebnisse Ming-DynastieEnzyklopädieartikel
Ming-Dynastie, chinesische Kaiserdynastie (bis 1644), die 1368 von Zhu Yuanzhang, einem ehemaligen buddhistischen Mönch, gegründet wurde. Dieser eroberte als Führer einer Aufstandsbewegung Peking, das unter der Herrschaft der mongolischen Yuan-Dynastie stand (1371). Yingtian (später Nanjing), damals die größte Stadt der Welt (1400 eine Million Einwohner), blieb bis 1420 kaiserliche Hauptstadt. Erst nach Beendigung des Wiederaufbaus von Peking wurden der kaiserliche Hof, die Exekutive und das Militär aufgrund der permanenten Bedrohung durch die Mongolen dorthin verlegt. Nanjing blieb offiziell die zweite Hauptstadt. 1380 und 1393 ließ Zhu Yuanzhang Zehntausende von Beamten aus ihren Stellungen entfernen und unterstellte die gesamte Exekutive seiner persönlichen Kontrolle. Nach und nach gelang es den Ming ihre Herrschaft auf Gebiete im Norden, Westen und Südwesten auszuweiten. Ein System tributpflichtiger Beziehungen wurde etabliert, aufgrund derer die Staaten Ostasiens gezwungen waren, in regelmäßigen Abständen ihre Steuern an den chinesischen Hof zu entrichten. Die Landwirtschaft war durch die Verwüstungen des Krieges und durch Naturkatastrophen geschwächt worden. Die Gesamtbevölkerung des Reiches war von mehr als 100 Millionen auf etwa 70 Millionen zurückgegangen. Größte Anstrengungen wurden unternommen, um die landwirtschaftliche Kultivierung voranzutreiben. Zum Teil wurden dazu militärische Einheiten herangezogen. Zwischen 1383 und 1393 wuchs die Fläche des Ackerlandes um 650 Prozent auf 51,6 Millionen Hektar an. Die Bauernschaft wurde durch geringere Abgaben entlastet. Der Handel wurde ausgedehnt, besonders in Richtung Süden entlang des Jangtsekiang. Suzhou, eine Stadt im Süden und führendes Seiden- und Baumwolltextilzentrum, wuchs im 15. und 16. Jahrhundert zur größten Stadt der Welt heran. Chinesische Erzeugnisse wurden in zunehmendem Maß exportiert (besonders Keramikvasen). Die chinesische Seefahrt erreichte einen Höhepunkt. Zwischen 1405 und 1433 leitete der muslimische Admiral Zheng He Cheng Ho sieben große Expeditionen, die mit Hilfe kaiserlicher Mittel ausgestattet wurden. Ihr Ziel war es, diplomatische und wirtschaftliche Beziehungen zu knüpfen. Zheng He gelangte auf diesen Reisen bis nach Südostasien, Indien, an den Persischen Golf, das Rote Meer, nach Mekka und an die Ostküste Afrikas. Die immensen Kosten jedoch, die für die Unterhaltung dieser Armada benötigt wurden (die erste Flotte umfasste allein 62 Schiffe mit insgesamt 28 000 Soldaten), führten zur Entstehung einer starken Opposition, die eine Schwächung der Streitkräfte des Landes fürchteten, das auch weiterhin von mongolischen Reiterheeren bedroht wurde. Schließlich wurde die Seefahrt privaten Händlern übertragen. Peking wurde durch den Ausbau der Chinesischen Mauer auf ihr heutiges Ausmaß gegen Invasionsheere geschützt. Seit 1436 isolierte sich China vollständig von den Nachbarn. Erst in den späteren Jahren der Dynastie kam eine ständig wachsende Zahl von Europäern, die Portugiesen machten 1517 den Anfang, nach China, darunter der Jesuit Matteo Ricci, der als erster Europäer detaillierte Beschreibungen Chinas abfasste. Der Konfuzianismus prägte die kulturelle Entwicklung der Ming-Dynastie, Buddhismus und Taoismus wurden in den Hintergrund gedrängt. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts wurde auf kaiserlichen Befehl eine große Büchersammlung angelegt, die als Sammlung des Wissens Chinas angesehen wurde. Die chinesische Literatur nahm einen großen Aufschwung. Es erschienen zwei der berühmtesten chinesischen Romane: Sanguo zhi yanyi (Die Geschichte der Drei Königreiche) und Shuihuzhuan (Der Rand des Wassers), die sich auch heute noch äußerster Popularität erfreuen. Während der Ming-Dynastie kam es immer wieder zu Bauernaufständen und militärischen Konflikten (u. a. mit Mongolen und Japanern), die zu einer Erhöhung der Steuerlasten führten. Unter der Herrschaft der späteren Ming-Kaiser gewannen Eunuchen an Einfluss, welche die Dynastie durch ihre Willkürherrschaft entscheidend schwächten. Anfang des 17. Jahrhunderts begannen die jahrzehntelang andauernden Konflikte mit dem Ethnien der tungusischen Jurchen ( Mandschu) aus dem Norden. In der Provinz Shaanxi brach 1628 ein Bauernaufstand unter Führung von Li Zicheng aus, der 1644 auf Peking übergriff. Nach dem Selbstmord des letzten Ming-Kaisers kam 1644 die Qing-Dynastie an die Macht. Siehe auch chinesische Kunst und Architektur
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