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  • Julian Barnes

    Julian Barnes: Julian Barnes, geboren 1946, arbeitete nach dem Studium moderner Sprachen zunächst als Lexikograph und dann als Journalist. Er lebt in London.

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    Julian Patrick Barnes (* 19. Januar 1946 in Leicester) ist ein englischer Schriftsteller. Er gilt als Vertreter der Postmoderne. Unter dem Pseudonym Dan Kavanagh schrieb er auch ...

  • Julian Barnes, Arthur & George

    Lesung, Der Audio Verlag, 6 CDs 476 Seiten, ISBN 978-3-89813-690-7, Erschienen bei: Der Audio Verlag

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Julian Barnes

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Julian BarnesJulian Barnes

Julian Barnes (*1946), britischer Schriftsteller. Er ist einer der herausragenden Vertreter der zeitgenössischen englischen Literatur.

Barnes wurde am 19. Januar 1946 in Leicester geboren. Nach dem Studium in Oxford war er ab 1968 für drei Jahre als Lexikograph des Oxford English Dictionary tätig, begann anschließend eine journalistische Laufbahn und schrieb u. a. für die Sunday Times. Zwischen 1979 und 1986 arbeitete er als Fernsehkritiker des New Statesman und der New Review. Sein erster Roman Metroland (1980; Metroland, verfilmt 1997) wurde mit dem Somerset-Maugham-Preis ausgezeichnet. Während Before She Met Me (1982; Als sie mich noch nicht kannte; auch: Vor meiner Zeit) wenig Resonanz fand, gelang Barnes mit Flaubert’s Parrot (1984; Flauberts Papagei) der Durchbruch zum international beachteten Schriftsteller. Der Roman kreist um die Bemühungen eines Arztes, eine Abhandlung über den französischen Romancier Gustave Flaubert zu verfassen und den legendären Papagei zu finden, der einstmals Flauberts Schreibzimmer bewohnte. Erst im Lauf der Geschichte stellt sich heraus, dass er in Wahrheit damit beschäftigt ist, den Tod seiner Ehefrau seelisch zu verarbeiten. Das eigentliche Thema des Buches ist jedoch nicht das Psychogramm des Protagonisten, sondern die Frage nach der Authentizität von Fakten, hier auf das Lebensbild Flauberts bezogen. Barnes kommt zu dem Schluss, dass jegliches Forschen nach dem eigenen und fremden Leben zu subjektiv geprägt ist, um allgemeine Wahrheiten finden zu können. Mit dieser skeptischen Selbstreflexion steht Barnes in der Tradition von Vladimir Nabokovs Pale Fire (1962; Fahles Feuer). Flaubert’s Parrot war besonders in Frankreich ein großer Publikumserfolg – Barnes gilt als „der französischste der britischen Autoren” – und wurde 1986 mit dem renommierten Literaturpreis Prix Médicis ausgezeichnet.

Der folgende Roman A History of the World in 10y Chapters (1989; Eine Geschichte der Welt in zehneinhalb Kapiteln) war Barnes’ erfolgreichstes Werk im englischsprachigen Raum. Er bezog sich darin in einer Folge von Erzählungen auf den alttestamentarischen Mythos der Sintflut und der Arche Noah und erzählt vorgeblich dessen „wahre” Geschichte. Ein Kernpunkt ist die Thematik von Verdammung und Erlösung, mit Bezug auf Géricaults berühmtes Gemälde Das Floß der Medusa. Weitere Arbeiten von Barnes sind Staring at the Sun (1988; In die Sonne sehen), Talking it Over (1991; Darüber reden), Love Etc. (1992; Liebe usw., verfilmt 1996) und Letters from London (1995; Briefe aus London), die den New Yorker Leser in teils ironischer Weise mit dem „British Way of Life” bekannt machen. 1996 erschien auf Deutsch der Erzählband Dover-Calais, der in verschiedenen Stilparodien und Varianten immer wieder um das Thema nationaler Vorurteile kreist („Das eigene Land idealistisch zu sehen, war ungesund, denn beim ersten klaren Blick stellte sich alsbald Ernüchterung ein. Daher diente die Existenz anderer Länder der Deckung des Idealismusbedarfs”). Es folgten der Roman England, England (1998; England, England), eine tragikomische Reflexion über den „englischen Nationalcharakter”, und der Erzählband The Lemon Table (2004; Der Zitronentisch), dessen Geschichten um das Thema Altern und Vergänglichkeit kreisen.

Die Doppelbiographie Arthur & George (2005; Arthur & George) geht auf einen historisch verbürgten Fall aus dem Jahr 1907 zurück, wegen des möglichen rassistischen Hintergrundes mit der Dreyfus-Affäre in Frankreich vergleichbar, bei dem sich der berühmte Kriminalschriftsteller Sir Arthur Conan Doyle, Schöpfer des Sherlock Holmes, ein einziges Mal selbst als Detektiv betätigte, um die Ehre eines zu Unrecht verurteilten indischstämmigen Rechtsanwalts wiederherzustellen. Der umfangreiche Gesellschaftsroman gewährt tiefe Einblicke in die spätviktorianische Kultur.

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