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Windows Live® Suchergebnisse José Martiniano de AlencarEnzyklopädieartikel
José Martiniano de Alencar (1829-1877), brasilianischer Schriftsteller. Er wurde 1829 in Fortaleza (Ceará) geboren und war als Advokat und Journalist tätig. 1857 veröffentlichte er den Roman O Guaraní (Der Guarany). Mit diesem Werk etablierte er sich nicht nur als bedeutender brasilianischer Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, sondern verhalf dem literarischen Indigenismus zum Durchbruch. Charakteristisch für Werke dieser Art sind ausführliche Beschreibungen der Flora und Fauna des Regenwaldes sowie des Lebens und der Gebräuche seiner indianischen Bewohner. Ferner kommen in ihnen romantische Elemente zum Tragen: In O Guaraní wird die Liebesgeschichte zwischen einem indianischen Mann und der Tochter eines Großgrundbesitzers erzählt; Gegenstand des Romans Iracema. Lenda do ceará (1865, Iracema. Ein Sang aus den Urwäldern Brasiliens) ist die amouröse Verbindung zwischen einem portugiesischen Soldaten und einer schönen Eingeborenen. Von der Kritik wurde Alencar ab und an vorgeworfen, er reduziere seine eingeborenen Romanfiguren auf den Typus des „edelmütigen Wilden”; dennoch verfolgte er unverkennbar ein ernsthaftes Anliegen. In dem Bestreben, eine neue Sprache als Grundlage einer neuen brasilianischen Literatur zu schaffen, nahm er anhand von Begriffen aus der Indianersprache Tupí Wortumbildungen vor und bediente sich abgewandelter Satzstrukturen, um eine eigenständige brasilianische Form des Portugiesischen zu schaffen. Er griff in seinen Werken eine Vielzahl von Themen auf. So befasste er sich in den Romanen O Gaucho (1870) und O Sertanejo (1876) mit dem Leben in den Grenzregionen des Regenwaldes, As Minas de Prato (Die Silberminen) ist ein historisches Werk, und Diva (1864) und Luciola (1862) sind psychologische Charakterstudien, die zur Begründung einer neuen Richtung des brasilianischen psychologischen Romans beitrugen. In seinen Dramen trat er für die Abschaffung der Sklavenhaltung ein. Alencar war auch als Politiker erfolgreich: Von 1861 an war er Abgeordneter, von 1868 bis 1870 bekleidete er das Amt des Justizministers. Er starb am 12. Dezember 1877 in Rio de Janeiro.
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