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Windows Live® Suchergebnisse Festival d’AvignonEnzyklopädieartikel
Festival d’Avignon, 1947 von Jean Vilar und einem Freundeskreis gegründetes Theaterfestival in Avignon, das, ausgehend von der Theaterpraxis im antiken Griechenland, durch Aufführungen im Freien und verbunden mit Volksfesten dem Theater seine ursprünglichen Dimensionen zurückzugeben sucht. Nach bescheidenem Anfang, bei dem in einer Septemberwoche 1947 drei Inszenierungen aufgeführt wurden (Shakespeares Richard II. im Palais des Papes, Paul Claudels Tobie et Sara und Clavels La Terrasse de midi), wuchs die Bedeutung des Festivals zusehends. Es wurde jedes Jahr in einer bestimmten Juliwoche abgehalten und kam in wenigen Jahren zu internationalem Ansehen. Gérard Philippes Auftritte in Le Cid (1951), in Kleists Der Prinz von Homburg und in Mussets Lorenzaccio trugen zu diesem Erfolg nicht unerheblich bei. Jean Vilar verband das Festival mit seinem eigenen Spielhaus in Paris, dem Théâtre National Populaire (TNP), das die Inszenierungen des Avignoner Theatersommers in der Winterspielzeit übernahm. 1963 verließ Vilar das TNP, um sich ganz seinem Projekt in Avignon zu widmen. Von nun an wurden Kino- und Musikaufführungen sowie Diskussionsrunden zu Themen der Zeit in das Festival eingegliedert. Im Bereich des Tanzes ragten die Inszenierungen von Maurice Béjart heraus. 1968 öffnete sich das Festival für andere Ensembles wie Julian Becks Living Theatre. Als Vilar 1971 starb, hatte er sein Ziel erreicht: Mit durchschnittlich 140 000 Zuschauern ist das Festival d’Avignon zu einem international renommierten kulturellen Großereignis geworden.
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