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Muslim-Liga

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Muhammad Nawaz SharifMuhammad Nawaz Sharif

Muslim-Liga (Pakistan Muslim League, PML), muslimische politische Partei in Pakistan.

Die Muslim-Liga wurde 1906 als politische Vereinigung der Muslime in Indien zum Schutz der muslimischen Interessen sowohl gegen die britische Kolonialmacht als auch gegen die hinduistische Bevölkerungsmehrheit gegründet. Die Kolonialmacht Großbritannien begrüßte die Muslim-Liga zunächst als ein Gegengewicht zum Indischen Nationalkongress (INC); aber schon bald geriet die Liga zunehmend in Konflikt mit der Kolonialregierung: Das erste Mal 1911, als die Regierung die Aufteilung Bengalens annullierte, dann während des 1. Weltkrieges und schließlich nach dem Ende der panislamischen Khilafatbewegung. Die verschiedenen Konflikte mit der Kolonialregierung hatten eine Annäherung der Liga an den INC und dessen Kampf für die Unabhängigkeit Indiens zur Folge.

In den dreißiger Jahren setzte sich die Muslim-Liga verstärkt für eine territoriale Trennung der muslimischen Bevölkerung von der hinduistischen ein, und 1940 forderte sie in ihrer Pakistan-Resolution schließlich die Errichtung eines eigenen Staates für die indischen Muslime. Zwischen 1942 und 1945 gewann die Liga unter der Führung von Mohammed Ali Jinnah immer größeren Einfluss und konnte schließlich die am 15. August 1947 vollzogene Gründung des unabhängigen Staates Pakistan durchsetzen.

In dem neuen Staat war die Muslim-Liga zunächst lange Jahre die einflussreichste und stärkste Partei. Nach dem Rücktritt Ayub Khans 1969 und der Niederlage der Muslim-Liga bei den ersten freien Parlamentswahlen 1970 verlor die Partei, von der sich zudem mehrere Bewegungen abspalteten, erheblich an Einfluss. 1988 schloss sie sich mit anderen Parteien zu dem Wahlbündnis „Islamische Demokratische Allianz” zusammen, und nach dem Wahlsieg der Allianz 1990 stellte sie mit Muhammad Nawaz Sharif wieder den Ministerpräsidenten. Nach den Wahlen von 1993 erneut in der Opposition, gewann die Muslim-Liga bei den Wahlen 1997 über die Hälfte der Parlamentssitze und kehrte mit Nawaz Sharif an der Spitze in die Regierungsverantwortung zurück. Im Oktober 1999 wurde die zivile Muslim-Liga-Regierung durch einen von General Pervez Musharraf angeführten Militärputsch gestürzt.

Obwohl nach seinem Sturz in Haft bzw. im Exil, blieb Nawaz Sharif weiterhin Präsident der Muslim-Liga. Ende 2000 verbündete sich die Muslim-Liga mit anderen oppositionellen Parteien, darunter ihre größte Widersacherin, die Pakistan People’s Party (PPP) von Benazir Bhutto, zur „Allianz für die Wiederherstellung der Demokratie”; allerdings verweigerte ein großer Teil der Muslim-Liga-Abgeordneten den Beitritt zu diesem Oppositionsbündnis. Die parteiinterne Spaltung, die sich damit bereits angekündigt hatte, wurde im März 2001 dann tatsächlich vollzogen: Während der Parteipräsident Nawaz Sharif im Exil weilte, beriefen abtrünnige Abgeordnete in Islamabad einen Parteikongress ein und wählten einen ehemaligen Vertrauten von Nawaz Sharif, Mohammad Azhar, zum neuen Präsidenten der Partei. Diese Musharraf nahstehende Abspaltung der Muslim-Liga, Pakistan Muslim League – Quaid-e-Azam (PML-Q), konnte mit der Unterstützung durch die Mehrheit der Abgeordneten der alten Muslim-Liga in den verschiedenen Parlamenten rechnen. Aus den ersten Parlamentswahlen in Pakistan seit der Machtübernahme durch Musharraf ging im Oktober 2002 die regierungsnahe PML-Q mit 118 der insgesamt 342 Parlamentssitze als stärkste Kraft hervor, während Nawaz Sharifs alte Muslim-Liga, nun Pakistan Muslim League – Nawaz (PML-N) genannt, mit nur wenigen Mandaten vorübergehend in der Bedeutungslosigkeit verschwand. Die PML-Q formierte zusammen mit einigen kleinen Parteien eine Regierungskoalition und stellte den Ministerpräsidenten.

Je länger Musharraf als Staatspräsident sein wenig demokratisches Regiment ausübte, desto größer wurde die Opposition gegen ihn, was sich am Ende auch auf die Stärke der beiden PML-Formationen auswirkte: Aus den Parlamentswahlen im Februar 2008 (den ersten nach den Wahlen von 2002) ging Nawaz Sharifs PML-N mit etwa 67 Mandaten als die stärkere hervor, während Musharrafs PML-Q große Verluste hinnehmen musste und nur noch 43 Sitze gewann. In der Folge kehrte die PML-N als Koalitionspartner der PPP in die Regierungsverantwortung zurück.

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