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Artikelgliederung
Einleitung; Baskische Sprache; Der spanische Teil des Baskenlandes; Der französische Teil des Baskenlandes; Geschichte
Baskenland (baskisch Euskadi), das Gebiet, in dem die Basken leben, eine Völkergruppe, die sich ihre eigene Kultur, Traditionen, Sprache und Religionsform bewahren konnte. Das Baskenland erstreckt sich im Norden Spaniens und im Südwesten Frankreichs entlang dem Golf von Biscaya, es reicht vom Osten des Kantabrischen Gebirges bis zu den westlichen Pyrenäen. Der Einfluss des Atlantischen Ozeans bewirkt ein relativ ausgeglichenes Klima mit milden Wintern und frischen Sommern. Die Schwankungen der Temperatur sind im Jahresverlauf gering, Niederschlag fällt zu allen Jahreszeiten. Ein landschaftliches Phänomen in diesem Teil der Atlantikküste sind die Riaküsten; sie bieten gute Voraussetzungen für die Anlage von Häfen sowie Industriebetrieben.
Die baskische Sprache (baskisch Euskara) ist eine der ältesten historisch belegten Sprachen. Sie gehört als einzige der in Westeuropa verbreiteten Sprachen nicht zur indoeuropäischen Sprachfamilie. Rund 800 000 Einwohner des Baskenlandes sprechen Baskisch, davon etwa 700 000 in Spanien. Von der baskischen Sprache gibt es eine Reihe von Dialekten; die wichtigsten sind Guipuzkoanisch, Biskaisch und Hochnavarrisch in Spanien sowie Labourdinisch und Niedernavarrisch in Frankreich. In Spanien wurde der Gebrauch der baskischen Sprache nach dem Spanischen Bürgerkrieg (1936-1939) durch das Regime von General Franco unterdrückt. Nach dem Ende der Diktatur in Spanien endete diese Reglementierung. Die Basken sind überwiegend Katholiken, treten jedoch traditionell für die Unabhängigkeit von der spanischen und der französischen Kirche ein. Zu den herausragenden Geistlichen baskischer Herkunft gehören Ignatius von Loyola, der Gründer des Jesuitenordens, und der katholische Missionar Franz Xaver.
Das spanische Baskenland (País Vasco) bildet seit 1979 die autonome Region Baskenland; sie umfasst die Provinzen Guipúzcoa, Vizcaya und Álava. Das Gebiet hat eine Größe von 7 234 Quadratkilometern und rund 2,14 Millionen Einwohner. Hauptstadt der Region ist Vitoria. Weitere bedeutende Städte sind Bilbao und San Sebastián. An den Flussmündungen der stark gegliederten Küste konzentrieren sich die Hafen- und Industrieanlagen. Die Region weist eine starke wirtschaftliche Diversifizierung auf. Der Raum Bilbao ist ein Zentrum der Schwerindustrie sowie der Produktion chemischer Erzeugnisse und des Schiffsbaus. Im gebirgigen Hinterland ist Landwirtschaft mit Weideviehhaltung und Getreideanbau vorherrschend. Im Süden wird Wein angebaut, in den nördlichen Teilen der Region erfolgt Obstbau. Ein großer Teil der Ernte sowie der in den Industriebetrieben produzierten Waren wird über den Hafen von Bilbao, der Hauptstadt der Provinz Vizcaya, exportiert.
Der französische Anteil (Pays Basque) hat keine klar definierten Verwaltungsgrenzen. Er entspricht etwa dem westlichen Teil des Departements Pyrénées-Atlantiques. Seine Fläche beträgt etwa 17 700 Quadratkilometer. Im Sommer ist der Fremdenverkehr an der buchtenreichen Steilküste von großer wirtschaftlicher Bedeutung, vor allem die Städte Biarritz (ein mondäner Badeort mit Spielkasino), Saint-Jean-de-Luz und Hendaye ziehen zahlreiche Touristen an. Im Vorland der Pyrenäen wird Viehwirtschaft betrieben. Das produzierende Gewerbe ist demgegenüber nur schwach entwickelt. Das französische Baskenland gehört auch aufgrund fehlender Bodenschätze zu den ärmeren Regionen Frankreichs.
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