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Windows Live® Suchergebnisse PanslawismusEnzyklopädieartikel
Panslawismus, Bezeichnung für die Bewegung, deren Ziel zunächst die Förderung des kulturellen Gemeinschaftsgefühls der Völker der slawischen Sprachgemeinschaft war, die nach 1830 jedoch zunehmend politische Züge annahm und den Zusammenschluss der verschiedenen slawischen Völker Osteuropas anstrebte. Der Panslawismus wurde vor allem von den slawischen Völkern Österreich-Ungarns getragen. Auf dem 1. panslawistischen Kongress in Prag 1848 wurden die Vormachtsansprüche Russlands, das die Bewegung für die eigene Großmachtpolitik auszunutzen suchte, zurückgewiesen und die Stärkung der kleineren slawischen Völker in den Vordergrund gestellt. Die Niederlage im Krimkrieg (1853-1856) und die Niederschlagung des Polnischen Aufstandes 1863/64 trugen zur weiteren Schwächung von Russlands Rolle in der panslawistischen Bewegung und zum Erstarken des so genannten Austroslawismus bei; in Russland selbst wurde der Panslawismus, der dort insbesondere im Vorfeld des Russisch-Türkischen Krieges von 1877/78 viele Anhänger gefunden hatte, in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts von einem „Panrussismus” abgelöst. Nach der Russischen Revolution von 1905 kam es zu einem Wiedererstarken des Panslawismus, und 1908 fand in Prag ein weiterer Slawenkongress statt. Vor und während des 1. Weltkrieges waren panslawistische Ideen vor allem in Tschechien und insbesondere Serbien wirksam, wo ein großserbisches Reich propagiert wurde. Die zum Teil erbitterte Feindschaft einzelner slawischer Völker untereinander ließ den Panslawismus in der Folge jedoch weitgehend bedeutungslos werden, auch wenn er in der Form einer „slawischen Solidarität” gegen Hitler-Deutschland kurzzeitig wieder auflebte. Die anscheinend unüberbrückbaren Gegensätze zwischen den slawischen Völkern auf dem Balkan sind nicht zuletzt im Bosnisch-Kroatisch-Serbischen Krieg (1991-1995) wieder offen ausgebrochen.
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