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Windows Live® Suchergebnisse Kenneth BranaghEnzyklopädieartikel
Kenneth Branagh (*1960), britischer Schauspieler, Regisseur und Produzent. Bekannt wurde er vor allem durch seine zahlreichen filmischen Shakespeare-Adaptionen. Branagh wurde am 10. Dezember 1960 in Belfast (Nordirland) geboren. Er studierte an der Royal Academy of Dramatic Arts (RADA) und erhielt bei seinem Abschluss 1981 deren höchste Auszeichnung. Sein erstes professionelles Engagement bekam er in Julian Mitchells Another Country am Londoner Queen’s Theatre, das zu einem der größten Erfolge der Theatersaison wurde und Branagh 1982 den Society of West End Theatres’ Award als talentiertestem Nachwuchsschauspieler einbrachte. 1984 trat er der Royal Shakespeare Company bei und wurde noch im selben Jahr mit den Titelrollen in Shakespeares Henry V. und Hamlet berühmt. 1985 schrieb er sein erstes Stück, bei dessen Aufführung er auch Regie führte und die Hauptrolle spielte: Tell Me Honestly. 1986 brachte Branagh Shakespeares Romeo and Juliet in einer unterhaltsamen und gekürzten Version auf die Bühne und übernahm dabei auch die männliche Hauptrolle. Der Erfolg dieser Produktion veranlasste ihn 1987 dazu, eine eigene Theatergruppe zu gründen, die Renaissance Theatre Company, mit der er in den folgenden Jahren zeitgenössische Stücke ebenso wie Shakespeare-Dramen in populären Inszenierungen zur Aufführung brachte. Internationales Ansehen erlangte Branagh 1989 als Schauspieler und Regisseur durch die Filmfassung von Henry V., die mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde, u. a. drei Europäischen Filmpreisen und zwei Oscar-Nominierungen (als bester Regisseur und bester Schauspieler). In der Folge entstanden sowohl in Großbritannien als auch in Hollywood einige erfolgreiche Kinofilme, bei denen Branagh Regie führte und als Schauspieler auftrat, so der Thriller Dead Again (1991; Schatten der Vergangenheit), die Tragikomödie Peter’s Friends (1992; Peter’s Friends), die hoch gelobte und mit Emma Thompson, Keanu Reeves und Denzel Washington hochkarätig besetzte launige Shakespeare-Adaption Much Ado About Nothing (1993; Viel Lärm um nichts) sowie die Neuverfilmung des Horrorklassikers Mary Shelley’s Frankenstein (1994; Mary Shelleys Frankenstein) mit Branagh in der Titelrolle und Robert De Niro als Monster. 1995 trennte sich Branagh von der Schauspielerin Emma Thompson, mit der er seit 1989 verheiratet gewesen war und die in vielen seiner Filme Hauptrollen gespielt hatte. Im folgenden Jahr kam Hamlet, Branaghs dritte Shakespeare-Verfilmung, in die Kinos, in der er selbst die Rolle des dänischen Prinzen übernahm und die Nebenrollen mit einem imposanten Starensemble besetzte, u. a. Julie Christie, Kate Winslet, Charlton Heston, Richard Attenborough, Billy Crystal, Judi Dench, Gérard Depardieu, John Gielgud, Robin Williams und Jack Lemmon. Der vierstündige Film, der die Handlung ins späte 19. Jahrhundert verlegt, stieß jedoch bei Kritik und Publikum mehrheitlich auf Ablehnung. Branagh zog sich vorübergehend von der Regie zurück und übernahm Rollen in Filmen anderer Regisseure, u. a. in Robert Altmans John-Grisham-Verfilmung The Gingerbread Man (1998; The Gingerbread Man), in Woody Allens melancholischer Komödie Celebrity (1998; Celebrity) und in Barry Sonnenfelds Western-Parodie Wild Wild West (1999; Wild Wild West). Mit einer weiteren Shakespeare-Adaption, Love’s Labour’s Lost (1999; Verlorene Liebesmüh’), kehrte er zur Regie zurück; der als Musical inszenierte und die Handlung vom 16. Jahrhundert ins Jahr 1939 verlegende Film erntete abermals nur gemischte Kritiken. Nach der Jahrtausendwende wandte sich Branagh als Regisseur wie als Schauspieler wieder der Theaterarbeit zu; außerdem trat er erneut in einigen Filmen als Schauspieler in Erscheinung, so in dem Aborigine-Drama Rabbit-Proof Fence (2002; Long Walk Home) und der Joanne-K.-Rowling-Verfilmung Harry Potter and the Chamber of Secrets (2002; Harry Potter und die Kammer des Schreckens). Wieder als Regiearbeit fürs Kino – und als erster Film, in dem er nicht selber auftrat – entstand The Magic Flute (2006; The Magic Flute), eine grell-poppige, mit Ballett- und Musical-Elementen durchsetzte Verfilmung der Mozart-Oper Die Zauberflöte, deren Drehbuch er in Zusammenarbeit mit Stephen Fry entwickelt hatte. 2007 kam mit Sleuth (1 Mord für 2) eine Neuverfilmung von Joseph L. Mankiewicz’ Krimiklassiker Mord mit kleinen Fehlern von 1972 in die Kinos; das von Branagh nach einem Drehbuch von Harold Pinter inszenierte und mit Michael Caine und Jude Law prominent besetzte Remake erhielt aber nur gemischte Kritiken.
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