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Carlos Fuentes

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Carlos FuentesCarlos Fuentes

Carlos Fuentes (*1928), mexikanischer Schriftsteller. Er gehört zu den einflussreichsten Romanciers nicht nur Mexikos, sondern der gesamten zeitgenössischen lateinamerikanischen Literatur. In seinen Werken zeichnet er anhand vielfältiger und innovativer Erzähltechniken ein Bild der Vergangenheit und Gegenwart seines Heimatlandes.

Fuentes wurde am 11. November 1928 als Sohn eines mexikanischen Handelsdelegierten in Panamá (Panamá) geboren und wuchs in Nordamerika, Südamerika und Europa auf. Nach seinem Jurastudium in Mexiko-Stadt, wohin er 1944 zurückgekehrt war, besuchte er ab 1949 das Institut des Hautes Études International in Genf. 1951 kehrte er wieder nach Mexiko zurück und schloss in der Folgezeit Freundschaft mit Alfonso Reyes und Octavio Paz, mit dem er später gemeinsam die Colección literaria Obregón herausgab. Bereits in Fuentes’ ersten literarischen Werken, den Erzählungen des Bandes Los días enmascarados (1954; Verhüllte Tage), zeigte sich seine Neigung zu ungewöhnlich innovativen Erzählverfahren. Vier Jahre später erschien sein Romandebüt La región mas transparente (1958; Landschaft in klarem Licht), eine bittere Anklage gegen die mexikanische Gesellschaft, die das große Interesse ihres Verfassers an der Geschichte Mexikos erkennen lässt. Kennzeichnend ist eine aus Rückblenden und übereinandergelagerten inneren Monologen der Charaktere komponierte narrative Technik.

Zwischen 1954 und 1957 war Fuentes Pressesekretär des mexikanischen Außenministers. Sein Eintreten für die Belange der Kubanischen Revolution brachte ihn mit Gabriel García Márquez, Mario Vargas Llosa und Julio Cortázar in Kontakt. Der Roman La muerte de Artemio Cruz (1962; Nichts als das Leben, auch: Der Tod des Artemio Cruz) wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und machte ihn zum auch international anerkannten Schriftsteller. In der Folge war Fuentes neben seiner schriftstellerischen Laufbahn als Diplomat tätig. So arbeitete er von 1965 bis 1969 für seine Regierung in mehreren europäischen Städten; von 1975 bis 1977 war er mexikanischer Botschafter in Paris.

Als Fuentes’ Hauptwerk gilt der monumentale historische Roman Terra nostra (1975; Terra Nostra), der in drei Teilen das Aufeinanderprallen von alter und neuer Welt unter Verwendung anspruchsvoller narrativer Techniken beschreibt. Das Werk El gringo viejo (1985; Der alte Gringo) platzierte sich als erster mexikanischer Roman in den Bestsellerlisten der New York Times und wurde 1989 mit Jane Fonda und Gregory Peck verfilmt. Es folgten weitere Romane, wie Cristóbal Nonato (1987; Christoph, ungeborn), La campaña (1990; La campaña), Diana o la cazadora solitaria (1994; Diana oder die einsame Jägerin) und La frontera de cristal (1996; Die gläserne Grenze). In Los años con Laura Díaz (1998; Die Jahre mit Laura Díaz) lässt Fuentes die Geschichte Mexikos im 19. Jahrhundert an der Frauengestalt Laura Díaz Revue passieren. Instinto de Inez (2001; Das gläserne Siegel) erzählt das Leben eines genialen, faustischen Dirigenten. In dem alphabetisch nach Stichwörtern geordneten Bekenntnisband En esto creo (2002; Woran ich glaube) äußert sich der Autor zu persönlichen, allgemein menschlichen und politischen Fragestellungen. Mit Inquieta compañía (2004; Unheimliche Gesellschaft) folgte ein Band mit postmodernen Schauergeschichten.

Fuentes, der seit 1990 wieder vornehmlich in Europa lebt, schreibt nicht nur Romane, Erzählungen und Essays, sondern trat auch als Dramatiker und Drehbuchautor hervor, so für den Film Tiempo de morir (1965; Zeit des Sterbens, gemeinsam mit dem Autor der Romanvorlage, García Márquez; Regie Arturo Ripstein). Darüber hinaus engagierte er sich international im gewerkschaftlichen Bereich. Zu Fuentes’ zahlreichen Literaturpreisen gehören der Mexikanische Nationalpreis für Literatur (1984) und der Cervantes-Preis (1987), die renommierteste literarische Auszeichnung der spanischsprachigen Welt. 2004 bekam er die Ehrendoktorwürde der Freien Universität Berlin verliehen.

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