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Avery Brundage

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Avery BrundageAvery Brundage

Avery Brundage (1887-1975), amerikanischer Sportfunktionär. Von 1952 bis 1972 war er Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

Brundage wurde am 28. September 1887 als Sohn eines Steinmetz in Detroit geboren. Nachdem er das College absolviert und sein Ingenieursstudium abgeschlossen hatte, gründete er ein eigenes Bauunternehmen. Als junger Mann war er ein talentierter Leichtathlet und wurde 1914, 1916 und 1918 amerikanischer Meister im Zehnkampf. 1912 nahm er an den Olympischen Spielen von Stockholm teil, wo er im Fünfkampf Rang fünf belegte und im Zehnkampf verletzungsbedingt aufgeben musste. Brundage war von 1928 bis 1935 Präsident des Amateur-Leichtathletikverbands (AAU; Amateur Athletic Union) und von 1928 bis 1952 Präsident des Nationalen Olympischen Komitees der USA.

1936 setzte sich Brundage für Deutschland als Ausrichtungsort der Olympischen Spiele ein, obwohl es in den USA eine starke Bewegung gab, die den Boykott der Spiele im nationalsozialistischen Deutschland forderte. Im Auftrag des Olympischen Komitees der USA erstellte er im Vorfeld der Spiele einen Bericht, in dem er die Diskriminierung jüdischer Sportler für ausgeschlossen und somit die Teilnahme der US-Sportler für unbedenklich erklärte. Seine sympathisierend-unkritische Haltung gegenüber dem nationalsozialistischen Regime verhinderte einen Olympiaboykott der USA, Hitler konnte die Spiele von Berlin 1936 für propagandistische Zwecke instrumentalisieren.

Brundage wurde 1936 in das IOC gewählt und war von 1946 bis 1952 Vizepräsident, ehe er von 1952 bis 1972 das Amt des IOC-Präsidenten bekleidete. Als Sportfunktionär verfolgte er generell das Ziel, Sport und Politik zu trennen. Boykottdrohungen der unabhängig gewordenen schwarzafrikanischen Staaten als Protest gegen die Teilnahme von Ländern wie Südafrika und Südrhodesien, die eine Apartheidpolitik verfolgten, verurteilte er als unzulässige Politisierung der Olympischen Spiele. Gegen seinen Willen wurde Südafrika von den Spielen in Mexiko 1968 und in München 1972 ausgeschlossen.

Brundage war ein Verfechter des Amateurideals in einer Zeit, als es den von ihm geforderten reinen Amateur nicht mehr gab. Ironischerweise berief Brundage 1966 den Spanier Juan Antonio Samaranch in das IOC, der während seiner Präsidentschaft die Kommerzialisierung vorantrieb. Bei den Olympischen Spielen 1972 stand er im Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit, als er trotz des palästinensischen Terroranschlags, bei dem elf israelische Sportler getötet worden waren, erklärte: „The games must go on”. Nach den Spielen von München trat er von seinem Amt zurück. Nach der 1973 erfolgten Heirat mit der deutschen Prinzessin Marianne von Reuß, die er 1972 in München kennen gelernt hatte, lebte er in Garmisch-Partenkirchen, wo er am 8. Mai 1975 starb.

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