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    Buddhistische Architektur.. Shintôistische Architektur.. Christliche / Islamische Architektur.. Traditionelle Architektur.. Zeitgenössische / Moderne

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Buddhistische Architektur

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Stupa von Sanchi (Indien)Stupa von Sanchi (Indien)
Artikelgliederung
1

Einleitung

Buddhistische Architektur, die vom Buddhismus und dessen ikonographischen Traditionen geprägte Baukunst. Ohne durch einen einheitlichen Stil gekennzeichnet zu sein, fand sie zu charakteristischen sakralen Bauformen, die in allen vom Buddhismus dominierten Ländern und Regionen verwendet, durch den Einfluss lokaler Bautraditionen jedoch abgewandelt und modifiziert wurden. Da der Buddhismus von Indien seinen Ausgang nahm, liegen allen Gebäudeformen indische Vorbilder zugrunde. Die spätere Spaltung des buddhistischen Ordens in die beiden Richtungen des Theravada- (Hinayana-)Buddhismus, der sich besonders in Sri Lanka, Burma, Thailand, Laos und Kambodscha ausbreitete, und des Mahayana-Buddhismus, der in Nordindien, Tibet, Zentralasien und China Verbreitung fand, führte zu einer weiteren Differenzierung der in diesen Regionen ausgebildeten Bauformen.

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Frühbuddhistische Architektur

Der einfachste buddhistische Bautyp und Urform des buddhistischen Kultmals ist der Stupa. Laut Überlieferung wurden nach dem Tode des Religionsstifters Buddha seine Hinterlassenschaften in acht Grabhügeln geborgen, deren Form sich von hinduistischen Grabbauten ableitete. Sie legten den Grundtypus des Stupa als halbkugelförmigen Hügel zur Aufbewahrung von Reliquien fest, der nach hinduistischer Sitte mit einem Geländer umgeben wurde. Eine Säule, die aus dem höchsten Punkt des Hügels ragt, trägt drei schirmähnliche Aufsätze. Alle Bauteile haben eine kosmische Symbolik: Der Hügel symbolisiert den Weltberg Meru, die Säule die Erdachse, die drei Schirme das dreifache Kleinod des buddhistischen Glaubens. Eines der frühesten Beispiele dieses Typs hat sich mit dem Großen Stupa (3. Jahrhundert v. Chr. bis frühes 1. Jahrhundert n. Chr.) in Sanchi, im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh, erhalten.

Gebetshallen (Chaityas oder Caityas) und viereckige Klosteranlagen (Viharas) waren die charakteristischen Formen des buddhistischen Sakralbaus, die in enger Anlehnung an indische Architekturtypen ursprünglich aus Holz errichtet wurden und mit Skulpturen und Hochreliefs geschmückt waren. Beide Typen wurden später in Stein nachgeahmt und haben sich in Form monumentaler Bauten, die man in Felswände schlug, in den Höhlenklöstern von Karli, Ellora und Ajanta erhalten.

Im Zuge der Ausbreitung des Buddhismus gewannen die Stupas an Komplexität, halbkugelförmiger Unterbau und Aufsatz verschmolzen zu einer Einheit. In Sri Lanka wurde die vom Festland übernommene Grundform zu einer eigenständigen Form (Dagoba) abgewandelt. Während vorbuddhistische Riten ein Umschreiten des Stupa beinhalteten, begann man sich ab dem 1. Jahrhundert n. Chr., als unter dem Einfluss der griechisch-hellenistischen Kunst Buddha-Bildnisse auftauchten, einer Bilderreihe am Ende der Chaitya-Halle frontal zu nähern. Die Ausbildung esoterischer buddhistischer Schulen erforderte abgeschlossene Räume innerhalb der Chaitya, die oft hinter den Hauptbildern versteckt und nur Eingeweihten zugänglich waren.

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Südostasien

Erst in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung verbreitete sich der Buddhismus über Sri Lanka in den Ländern Südostasiens, wie Birma, Hinterindien, Java und Bali, in Form des Theravada-Buddhismus und dessen Architekturformen, die von frühen hinduistischen Traditionen beeinflusst waren. Der Tempelbau wurde als ein Modell des Zentrums des Universums, des heiligen Berges Meru, aufgefasst und orientierte sich an den Achsen der Himmelsrichtungen. Er war von Wassergräben umgeben, die das Weltmeer symbolisierten. Seine Formen wurden aus dem Profanbau übernommen, so etwa die Konstruktion steiler, spitz zulaufender Dächer. Die Stupas wurden konisch, abgestuft oder glockenförmig abgewandelt, gewöhnlich aus Ziegel oder Stein errichtet und reich verziert. Ihr schirmförmiger Kuppelaufbau entwickelte sich später weiter zur Pagode.

Ihren komplexesten Ausdruck fand die buddhistische Architektur Südostasiens im Terrassentempel von Borobudur in Java und in der Anlage von Angkor Thom in Kambodscha. Der als kosmisches Mandala konzipierte Tempel von Borobudur diente als Vorbild für zahlreiche Bauten der Khmerhauptstadt Angkor. Ihr erster großer Baukomplex war die hinduistische Tempelanlage von Angkor Wat, doch der von Surjavarman VII. (um 1130 bis etwa 1219) errichtete buddhistische Komplex von Angkor Thom stellt als Ausdruck des persönlichen Glaubens des Königs ein in seiner Symbolik einzigartiges Monument des Mahayana-Buddhismus dar. Sein zentraler Tempel, der Bayon, hält trotz seiner Verworrenheit, Überladenheit und äußerst komplexen Struktur am Plan des Zentralheiligtums fest, das den Berg Meru versinnbildlichen soll. Der Gesamtkomplex ist von einem 90 Meter breiten und 16 Kilometer langen Wassergraben umgeben. Ein Wald von Türmen in Form riesiger Köpfe mit Gesichtern, die in alle vier Himmelsrichtungen blicken, symbolisiert den universalen Schutz Buddhas, aber auch die Allmacht und Allgegenwart des Herrschers.

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Ostasien

Der Mahayana-Buddhismus, der kurz nach der Zeitenwende in Ostasien Fuß fasste, verbreitete sich in ganz China, wo er seine charakteristischen Bauformen ausbildete. Zu den eindrucksvollsten buddhistischen Heiligtümern in China gehören die Höhlenanlagen in Yungang („Wolkengrat-Grotten”) bei Datong in der Provinz Shanxi, die auf indische und zentralasiatische Vorbilder zurückzuführen sind. Die mehr als 51 000 in den Fels gemeißelten Buddha-, Menschen- und Tierfiguren in 252 Höhlen wurden zwischen 460 und 525 n. Chr. unter dem buddhistischen Kaiser Wen Cheng Di geschaffen. Der einzigartige Komplex wurde 2001 von der UNESCO auf die Liste des Weltkulturerbes gesetzt.

Der ebenfalls aus Indien übernommene Stupa wurde unter dem Einfluss traditioneller Bauformen wie der des mehrstöckigen Pavillon zur Pagode auf quadratischen oder polygonalen Grundriss weiterentwickelt, die man aus Holz, aber auch aus Stein, Ziegel oder als Eisenkonstruktionen errichtete. Im Lauf der Zeit wurden sie als schmückende Nebengebäude immer stärker ihrer ursprünglich rituellen Bestimmung entbunden. Pagoden und Tempelhallen hatten überhängende Dächer, die von Stützbalken (Querbindern) auf runden Säulen getragen wurden, welche auf einem Stein- oder Ziegellager ruhten. Meist waren sie mit buntglasierten Ziegeln gedeckt.

Buddhistische Klosteranlagen wurden nach einem symmetrischen Plan um einen zentralen Innenhof angelegt, in dessen Umfriedung sich eine Pagode, die Haupthalle mit dem Standbild des „Erleuchteten” und ein weiteres Gebäude mit Bibliothek und Meditationshalle befanden. Ab dem 6. Jahrhundert wurden reichere Klosteranlagen um eine zweite Pagode erweitert und beide Pagoden außerhalb des inneren Hofes der Bilderhalle flankierend zur Seite gesetzt. Die Nordsüdausrichtung der Gebäude nach den Gesetzen der Geomantik folgte der traditionellen Palastarchitektur. Die Ausschmückung mit plastischen Darstellungen der Bodhisattvas, bereits erleuchteter Wesen, die den Menschen auf seinem Weg zur Erleuchtung begleiten und dadurch im Mahayana-Buddhismus eine zentrale Rolle spielen, sind ein weiteres Charakteristikum der buddhistischen Architektur.

Die chinesische Tempelform (siehe chinesische Kunst und Architektur) wurde von Korea und Japan übernommen, als der Buddhismus im 5. und 6. Jahrhundert beide Länder erreichte. In Korea zog man den in China gebräuchlichen Ziegeln Stein als Baumaterial vor. Während der Buddhistenverfolgungen Mitte des 9. Jahrhunderts wurden zahlreiche Gebäude zerstört, so dass die meisten erhaltenen Bauten früher buddhistischer Architektur des ostasiatischen Raumes sich heute nicht in China, sondern in Japan finden, wo sie aus Holz errichtet und regelmäßig neu aufgebaut wurden. Eines der bekanntesten Beispiele für diesen Typ ist der Ise-Schrein, das wichtigste Heiligtum des japanischen Shintoismus, in der gleichnamigen japanischen Stadt, eine aus Zedernholz errichtete Anlage, die alle zwanzig Jahre im ursprünglichen Baustil vollständig erneuert wird.

Die japanische Neigung zu unregelmäßigen Formen fand ihren Ausdruck im späteren Abweichen von der durch die chinesische Baukunst vorgeprägten streng symmetrischen Grundrisskonzeption. Japanische Tempel wurden harmonisch in die Landschaft integriert. Man bevorzugte natürliche Baumaterialien wie Schilf oder Schindeln aus Zedernholz, die aus der heimischen Shinto-Architektur übernommen wurden. Die japanische Meisterschaft der Holzkonstruktion zeigt sich in der Bilderhalle des Todaiji in Nara (geweiht 751), die eine große bronzene Buddhastatue beherbergt. Sie ist das größte Holzgebäude der Welt, obwohl sie im Zuge mehrerer Wiederaufbauten um ein Drittel verkleinert wurde (siehe japanische Kunst und Architektur). Unter dem zunehmenden Einfluss des Kultes des Buddha Amida entstanden so genannte Amida-Hallen als „Hallen der ewigen Umwandlung”, wie die Phoenix-Halle des Byodoin in Uji bei Kyoto (1053), als architektonische Umsetzung des versprochenen „Westlichen Paradieses” des Amida-Buddha.

Der Zen-Buddhismus, der sich ab 1191 in Japan ausbreitete, stellte die geistige Versenkung in den Mittelpunkt seiner religiösen Praxis. Die für seine Tempelgebäude bevorzugten natürlichen Formen finden sich besonders in den Meditationspavillons, wie dem Goldenen Pavillon (Kinkakuji) in Kyoto.

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