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    Abel Gance (* 25. Oktober 1889 in Paris, Frankreich; † 10. November 1981 in Paris) war ein französischer Filmpionier. Abel Gance wurde als unehelicher Sohn des wohlhabenden ...

  • prisma.de: Abel Gance

    Abel Gance hat im französischen Kino einen Stellenwert vergleichbar mit dem Victor Hugos in der Literatur. Abel Gance gilt neben Louis Feuillade als bedeutendster französischer ...

  • Georg-August-Universität Göttingen - Veranstaltungskalender

    Internetseiten der Universität Göttingen ... Art der Veranstaltung: Vortrag: Titel der Veranstaltung: Le 'Napoléon' de Abel Gance

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Abel Gance

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Abel Gance: FilmeAbel Gance: Filme

Abel Gance (1889-1981), französischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Schauspieler, der mit seinen ästhetischen und technischen Innovationen einen tief greifenden Einfluss auf die Filmkunst seiner Zeit ausübte.

Er wurde am 25. Oktober 1889 als Eugène Alexandre Péréthon in Paris geboren. Als uneheliches Kind wuchs er bei seiner Mutter auf und erhielt nach deren Heirat mit dem Mechaniker Adolphe Gance den Namen seines Stiefvaters. Nachdem er nach einem abgebrochenen Jurastudium sein Berufsleben als Anwaltsgehilfe begonnen hatte, schlug er ab 1908 eine künstlerische Laufbahn ein. Er schrieb Gedichte und Theaterstücke und gab im Alter von 19 Jahren in Brüssel sein Bühnendebüt in einer Nebenrolle. Seinen ersten Leinwandauftritt hatte er in Léon Perrets Molière (1909), ehe kleinere Rollen in Filmen mit Max Linder folgten. 1910 war Gance als Drehbuchautor für die Produktionsgesellschaft Gaumont tätig. Mit seiner eigenen Gesellschaft, die er unter dem Namen Le Film Français 1911 zusammen mit Freunden ins Leben gerufen hatte und die nur kurze Zeit bestand, realisierte er in eigener Regie den Film La digue ou pour sauver la Hollande (1911; Der Deich oder Um Holland zu retten), für den er auch das Drehbuch verfasst hatte.

Nach einer Tätigkeit für Service Cinématographique et Photographique de l’Armée (1914-1915) drehte Gance für Louis Nalpas’ Le Film D’Art die Kurzfilme Un drame au château d’Acre (1915) und La folie du Docteur Tube (1915), bei dem er bereits Einstellungen mit subjektiver Kamera realisierte und Zerrspiegel verwendete. Weitere Arbeiten, in denen er seine Experimentierfreude mit der noch jungen Filmtechnik unter Beweis stellte, folgten: Le droit à la vie (1917), Mater Dolorosa (1917), La zone de la mort (1917) und La dixième symphonie (1919), die bei Publikum und Kritik sehr erfolgreich waren und die sein außergewöhnliches visuelles Gestaltungsvermögen zeigen. Gance knüpfte an die von D. W. Griffith entwickelte revolutionäre Montagetechnik an und perfektionierte sie in dem Antikriegsfilm J’accuse (1919; neu verfilmt 1938), bei dem er reale Kampfszenen aus dem 1. Weltkrieg verwendete und der nach Kriegsende europaweit ein enormer Erfolg wurde. La roue (1923), ein Melodram im Eisenbahnermilieu, das nach Auffassung vieler Kritiker die Anfänge der Filmkunst markiert, überzeugt vor allem in den Sequenzen, die unter Verwendung innovativer Montagetechnik die Welt der Maschinen künstlerisch verarbeiten.

Gance leistete auf vielen Gebieten Pionierarbeit. Er erfand neue Filmtechniken, wie z. B. Verwendung der Handkamera, Transport der Kamera auf einem Schlitten oder einem Pferd, Mehrfachbelichtung, schnelle Schnitte und die Triptychonleinwand (Polyvision, ein Vorläufer des Breitwandformats). Zusammen mit seinem Kameramann Jules Kruger entwickelte er ein spezielles Weitwinkelobjektiv. Sein epochales Meisterwerk schuf Gance mit dem patriotisch-poetischen Stummfilmepos Napoléon (1927), einem äußerst ambitionierten Werk, das die Summe aller filmtechnischen Neuerungen und visuellen Gestaltungsmöglichkeiten der damaligen Zeit darstellt. Dieser mit vier Stunden für damalige Verhältnisse extrem lange Film wurde mit drei Kameras aufgenommen, deren Bilder bei der Vorführung synchron auf eine Leinwand projiziert wurden. Wegen der kurze Zeit später erfolgten Einführung des Tonfilms wurde das Werk kein großer Publikumserfolg. Gance wollte eigentlich sechs Filme über den französischen Kaiser Napoleon I. realisieren, doch nur der erste, gemessen an der Dimension des Gesamtprojekts nur ein Vorspiel, kam zustande. Er schildert unter weitgehendem Verzicht auf historische Authentizität und mit großem Pathos Napoléon Bonapartes Leben von seiner Schulzeit bis zum Italienfeldzug 1796. Das Publikum quittierte Gance’ Leistung bei der Uraufführung in der Pariser Oper mit Standing Ovations. Napoléon, ein sehr heterogenes Werk, dessen Dreharbeiten mehr als zwei Jahre gedauert hatten, konnte nur in acht europäischen Städten in seiner Gesamtlänge und unter Verwendung der Dreifachprojektion gezeigt werden. Auf Initiative von André Malraux entstand unter dem Titel Bonaparte et la révolution (1971) eine Neufassung. 1980 zeigte Francis Ford Coppola eine restaurierte Fassung des teilweise zerstörten Filmes mit der Original-Musikbegleitung.

Der Übergang zum Tonfilm gelang Gance mühelos. Sein erster Tonfilm, La fin du monde (1931; Das Ende der Welt), weist ein annähernd hohes Niveau auf wie seine besten Stummfilme. In der Folgezeit entstanden einerseits konventionelle Filme, bei der der eigenwillige Regisseur innerhalb des Studiosystems nicht alle künstlerischen Freiheiten erhielt, wie Un grand amour de Beethoven (1936; Beethovens große Liebe) oder Paradis perdu (1939; Das verlorene Paradies), und andererseits rein experimentelle Filme wie Magirama (1956), eine Kompilation von Kurzfilmen, in denen Gance mit Breitwandtechniken und Schärfentiefe-Effekten Experimente anstellte. In seinem Tonfilm-Œuvre erreichte Gance nicht mehr die künstlerische Qualität von La roue und Napoléon und fand nur noch wenig Echo. Nach dem 2. Weltkrieg entstanden der Historienfilm La tour de Nesle (1954; Der Turm der sündigen Frauen), Austerlitz (1960; Austerlitz – Glanz einer Kaiserkrone), eine Wiederaufnahme seiner Napoleon-Biographie, und der Mantel-und-Degen-Film Cyrano et D’Artagnan (1963; Cyrano und D’Artagnan). Gance wurde zum Offizier der Ehrenlegion ernannt und erhielt den Verdienstorden des französischen Staates, war allerdings in seinen letzten Lebensjahren trotz seiner Verdienste um den nationalen und internationalen Film bereits vergessen. Erst die Fortschritte der Filmwissenschaft und die Rückbesinnung auf die Pioniere des Films in den siebziger Jahren brachten sein Werk wieder in die Diskussion und verschafften ihm die gebührende Anerkennung. Abel Gance starb am 10. November 1981 in Paris.

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