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Poststrukturalismus

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Michel FoucaultMichel Foucault

Poststrukturalismus, in Frankreich begründeter Zweig der heutigen Wissenschaftskritik, der die verschiedenen Bereiche der Psychoanalyse, Philosophie und Literaturtheorie betrifft. Seiner Vorgehensweise nach steht der Poststrukturalismus der Dekonstruktion nahe. Ende der sechziger Jahre spaltete er sich vom Strukturalismus ab. Wegbereiter des Poststrukturalismus waren etwa der französische Historiker Michel Foucault und der Psychoanalytiker Jacques Lacan, die den klassischen, d. h. von historischen Zusammenhängen abstrahierenden Strukturalismus, wie er bei Claude Lévi-Strauss und im Frühwerk von Roland Barthes zum Ausdruck kommt, überwanden. Gemeinsam ist beiden Strömungen, dass sie von einer „Unterwanderung” der Individualität durch gesellschaftliche, politische und triebhafte Strukturen ausgehen: Vorbild hierfür sind die Arbeiten von Karl Marx, Friedrich Nietzsche und Sigmund Freud. Das Subjekt wird als ein Produkt, als Bündlungskomplex von Fremdeinwirkung, und nicht als kreatives Wesen angesehen. Für die poststrukturalistische Literaturwissenschaft ist auch das literarische Werk ein Netz anderer Texte, das durch einer Überlappung von Eigen- und Fremdtext Palimpsestcharakter annimmt und seine Entstehung nicht ausschließlich der Kreativität des Autors verdankt (siehe Intertextualität). Vielmehr gilt nach Foucault gar das Diktum vom „Tod des Autors”, ein Gedanke, der vom dekonstruktivistischen Ansatz Jacques Derridas wieder aufgegriffen wurde. Die poststrukturalistische Psychoanalyse will in der Herrschaft der Sprache über den Einzelnen den Grund für Entfremdungsmechanismen erkennen. Die poststrukturalistische Geschichtsschreibung untersucht dementsprechend institutionelle, gesellschaftliche und politische Strukturen.

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