Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Ware

Windows Live® Suchergebnisse

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse

Ware

Enzyklopädieartikel

Ware, in der Volkswirtschaftslehre handelbare Sache oder Dienstleistung. Als allgemeiner Begriff ist es ein Primärprodukt (oder Rohmaterial), das angebaut wird, wie z. B. Kaffee, Tee, Kautschuk oder Baumwolle, oder ein geförderter Mineralstoff wie Gold, Kupfer oder Zinn. Es kann sich auch um etwas handeln, das gewonnen wird, wie etwa Wolle. Waren im eigentlichen Sinn werden unterschieden von immateriellen Gütern und Dienstleistungen. Handelsrechtlich gelten alle beweglichen Sachen die Gegenstand des Handelsverkehrs sind als Waren.

In der marxistischen Theorie stellt die Ware einen zentralen Begriff dar. Marx unterschied in seinem Hauptwerk Das Kapital streng zwischen Produkt und Ware. Diese sei zwar einerseits ein nützlicher Gegenstand (Gebrauchswert), habe andererseits aber den Zweck, in Geld verwandelt zu werden (Tauschwert). Maßgeblich für die zu erzielende Geldsumme sei der Wert der Ware, der im Rahmen des Produktionsprozesses durch Arbeit erzeugt werde (Wertgesetz). Aus diesen Bestimmungen ergeben sich für Marx zwei Konsequenzen: Zum einen hängt der Zugang zur Ware von der Verfügung über Geld ab (nicht etwa vom Bedürfnis); der Zweck der Ware, Geld einzuspielen, gerate zur Beschränkung von Bedürfnissen oder gar zum Ausschluss von der Benutzung. Zum anderen ist die Ware aus der Sicht des Warenverkäufers, z. B. eines Kaufhauskonzerns, (nur) ein Mittel, investiertes Geld zu vermehren, Mittel der Bereicherung. Ob dies gelingt, stellt sich erst am Markt heraus, wo die Ware in Konkurrenz zu anderen Waren tritt.

Ware ist bei Marx weit mehr als ein materielles Ding; sie ist Keimzelle der Warengesellschaft. Historisch gesehen hat sich die Warenproduktion naturwüchsig neben der Produktion für den Eigenbedarf entwickelt. Die so genannte einfache Warenproduktion basiert nach Marx auf der Eigenarbeit privater Produzenten, Privateigentümer, die gegeneinander konkurrieren. Die moderne kapitalistische Warenproduktion (Kapitalismus) basiere dagegen auf der Benutzung fremder Arbeit, auf der Trennung zwischen Arbeit und Eigentum. Das Eigentum garantiere, dass die Arbeiter bereits an der Quelle von den hergestellten Waren getrennt würden; diese gehörten dem Unternehmen. Der Wert der Waren schließe u. a. den so genannten Mehrwert ein, der die Quelle des Unternehmensgewinns darstelle. Im Ablauf des Verwertungsprozesses stellt die Ware nach Marx nur einen Zwischenschritt bei der Formverwandlung des Werts in (mehr) Geld dar. Dem Gegeneinander der Individuen und Interessen in der Warengesellschaft, der Bereicherung auf Kosten anderer stellte Marx eine reine Gebrauchswertproduktion gegenüber. Ihm ging es um die Überwindung von Ware und Geld, also der Wertform, samt seiner juristischen Grundlage, des Eigentums.

Es gibt eine Reihe von Rohstoffmärkten in der Welt, von denen die meisten sich mit den Eigentumsrechten, nicht mit der tatsächlichen körperlichen Verfügungsgewalt über die Ware befassen. Ein „Kassa”preis für eine Ware ist der aktuelle Preis. Ein „Termin”preis wird vereinbart für die Übertragung des Eigentums an einer bestimmten Menge einer Ware zu einem bestimmten Termin in der Zukunft. Warenterminbörsen ermöglichen es Käufern, im Voraus zu wissen, was sie für eine Ware zu bezahlen haben, und sie schützen sie vor den unvorhergesehenen Schwankungen bei den Kassanotierungen. Sie bieten auch Spekulanten Möglichkeiten, von eventuellen Schwankungen zu profitieren, die sie, aber nicht die Mehrheit der Marktteilnehmer, vorhergesehen haben.

In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft