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George Cukor (1899-1983), amerikanischer Regisseur ungarischer Abstammung. Mit seiner künstlerischen Präzision und seinem Gespür bei der Schauspielerführung gelangen ihm in verschiedenen Genres leichthändig inszenierte Arbeiten, die als Meisterwerke des amerikanischen Films gelten. Cukor wurde am 7. Juli 1899 als Spross einer jüdisch-ungarischen Familie in New York geboren. Nachdem er sich bereits in jungen Jahren intensiv für das Theater interessiert hatte, begann seine Karriere in diesem Metier 1919 als Manager für eine Kompanie in Chicago und Rochester (New York). Mitte der zwanziger Jahre wechselte er ins Regiefach und galt schon bald als vielversprechender Theaterregisseur am Broadway, wo Stars wie Ethel Barrymore, Jeanne Eagels und Laurette Taylor in seinen Inszenierungen auftraten. Wie eine ganze Reihe weiterer New Yorker Bühnenkünstler kam Cukor mit Beginn der Tonfilmära 1929 nach Hollywood und erhielt einen Vertrag bei der Paramount als Dialogregisseur, u. a. für River of Romance (1929) von Richard Wallace und All Quiet on the Western Front (1930; Im Westen nichts Neues). Nach drei Filmen als Koregisseur gab er mit dem Drama Tarnished Lady (1931) sein Regiedebüt. Cukor nutzte geschickt seine Theatererfahrung und bewies besonderes Gespür bei der Schauspielerführung, vor allem erwarb er sich den Ruf, seinen weiblichen Darstellerinnen zu herausragenden Leistungen zu verhelfen. Cukor machte sich vor allem mit anspruchsvollen Literaturverfilmungen einen Namen, wie z. B. Dinner at Eight (1933; Dinner um acht) mit Jean Harlow, Little Women (1933; Vier Schwestern) mit Katharine Hepburn, David Copperfield (1935) mit W. C. Fields und Romeo and Juliet (1936; Romeo und Julia) mit Leslie Howard und Norma Shearer. Mit Hepburn drehte er mehrere Filme, generell waren die weiblichen Hauptrollen bei Cukor stets hochkarätig besetzt: Greta Garbos Darstellung in Camille (1936; Kameliendame) ist legendär, Ingrid Bergman und Judy Holliday wurden für ihre Leistungen in Gaslight (1944; Das Haus der Lady Alquist) bzw. in Born Yesterday (1950; Die ist nicht von gestern) mit dem „Oscar” ausgezeichnet. Die Prominenz seiner Leinwandheldinnen brachte ihm den Ruf eines „Frauenregisseurs” ein, doch auch männliche Stars erhielten Oscars unter seiner Regie, James Stewart für The Philadelphia Story (1940; Die Nacht vor der Hochzeit), Ronald Colman für A Double Life (1947; Ein Doppelleben) und Rex Harrison für My Fair Lady (1964; My Fair Lady). Diese Musicalverfilmung mit Audrey Hepburn in der Rolle der Eliza wurde sein populärstes Werk, dafür erhielt er einen Academy Award für die beste Regie. Die größte Enttäuschung seiner Karriere erlebte er, als ihm der Produzent David O. Selznick nach Differenzen mit dem Hauptdarsteller Clark Gable die Regie bei dem bereits sorgfältig vorbereiteten Melodram Gone with the Wind (1939; Vom Winde verweht) entzog und an Victor Fleming weitergab. Cukor setzte seine Karriere trotzdem erfolgreich fort, auch in den fünfziger Jahren, z. B. mit seiner Version von A Star is Born (1954; Ein neuer Stern am Himmel), Les Girls (1957; Die Girls) und zeitlosen Komödien nach Drehbüchern von Ruth Gordon und Garson Kanin. Erst ab Mitte der sechziger Jahre blieben Publikumserfolge aus, in seiner letzten Arbeit, der eleganten Komödie Rich and Famous (1981; Reich und berühmt) zeigte sich der Regisseur noch einmal auf der Höhe seines Könnens. Bei den Filmfestspielen von Venedig 1982 wurde er mit einem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk geehrt. Cukor starb am 24. Januar 1983 in Los Angeles.
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