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Windows Live® Suchergebnisse KulturrevolutionEnzyklopädieartikel
Kulturrevolution, politisch-ideologische Kampagne in China während der sechziger und siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Das Grundkonzept der Kulturrevolution wurde von Lenin entworfen. Durch Mao Tse-tung wurde die Große Proletarische Kulturrevolution 1966 eingeleitet. Angriffsziele waren die „Vier Alten”: alte Bräuche, alte Gewohnheiten, alte Kultur und alte Denkmuster. Nach dem Fehlschlag des Großen Sprunges nach vorn hatten die mehr pragmatisch orientierten Liu Shaoqi und Deng Xiaoping die Partei- und Staatsführung übernommen. Mao versuchte mit seiner politisch-ideologischen Kampagne wieder an die Macht zu gelangen. Dabei wurde er von seiner dritten Frau Jiang Qing und von Lin Biao unterstützt. Die Kampagne fand in Shanghai ihren Anfang und breitete sich weiter nach Peking aus. Im August 1966 leitete Mao die erste Massendemonstration der „Roten Garden”, die sich aus unzufriedenen Schülern und Studenten rekrutierten, auf dem Platz des Himmlischen Friedens (Peking). Der Unterricht in Schulen und Hochschulen kam durch die Roten Garden zum Erliegen. Intellektuelle wurden Opfer von Säuberungsaktionen. Die Organisation der Kommunistischen Partei Chinas löste sich auf. „Revolutionskomitees” schossen aus dem Boden. Im Januar 1967 weitete sich die Bewegung auf weitere städtische Gebiete aus. Die Kulturrevolution geriet außer Kontrolle. Gegner Maos bildeten eigene Rote Garden. Es kam zu Zusammenstößen zwischen den verschiedenen Gruppierungen. Mit Billigung Maos wurde die Armee eingesetzt, um einen drohenden Bürgerkrieg zu verhindern. Die Militärbefehlshaber waren oftmals nicht in der Lage, zwischen den verschiedenen Parteien zu unterscheiden, da sich alle als wahre „Maoisten” ausgaben. Im Juli kam es in der Stadt Wuhan zu einem Fall schwerer Gehorsamsverweigerung, der erst durch das persönliche Einschreiten von Zhou Enlai beigelegt werden konnte. Im Frühling 1968 starben Tausende während Auseinandersetzungen in Guangdong und Guangxi. Die ländlichen Regionen blieb weitestgehend von schweren Kämpfen verschont. Viele chinesische Kulturschätze wurden während der Revolution zerstört. Traditionelle Opernaufführungen wurden verboten, nur vier von Jiang Qing genehmigte „revolutionäre Opern” erhielten Aufführungserlaubnis. 1969 war die Situation außer Kontrolle geraten. Im März 1969 brachen im Norden Kämpfe an der Grenze zur Sowjetunion aus. Im Süden war zudem der Vietnamkrieg im Gange. Die Volkrepublik China sah sich an zwei Fronten von zwei Supermächten bedroht. Im April 1969 hielt die Kommunistische Partei Chinas ihren 9. Parteikongress ab. Die Kulturrevolution wurde offiziell beendet, aber auch im Nachhinein legalisiert. Erst nach dem Tod Maos und der Verhaftung der Viererbande (Jiang Qing, Zhang Chunqiao, Yao Wenyuan und Wang Hongwen) endete die Kulturrevolution 1976.
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