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Enrico Dandolo (um 1108 bis 1205), Doge von Venedig (1192-1205), unter dessen Regierung Venedig zur größten Wirtschaftsmacht der christlichen Welt wurde. Dandolo wurde um 1108 in Venedig geboren; er entstammte einer der angesehensten Patrizierfamilien dieser Stadt. 1173 wurde Dandolo als Gesandter an den byzantinischen Hof geschickt. Dort soll er bei seinen Bemühungen, einige venezianische Häftlinge frei zu bekommen, so übereifrig gewesen sein, dass ihn Kaiser Manuel I. angeblich blenden ließ. 1174 wurde Dandolo venezianischer Gesandter beim König von Sizilien. Nach seiner Wahl zum Dogen 1192 brachte Dandolo eine erste Sammlung von Zivilverordnungen heraus, reformierte das Münzsystem und förderte den Handel mit dem Osten. 1202 stellte er für den 4. Kreuzzug venezianische Schiffe zum Transport der Kreuzfahrer ins Heilige Land zur Verfügung. Als jedoch die Kreuzritter die vereinbarte Summe für die Überfahrt nicht aufbringen konnten, ließ Dandolo die Kreuzritter – als Gegenleistung für die Schiffspassage – gegen das ausdrückliche Verbot des Papstes die dalmatinische Küstenstadt Zara angreifen. Als die Stadt und ihr Umland erobert waren, wurde Dandolo vom Papst exkommuniziert, weil er Christen gegen Christen hatte kämpfen lassen. Auf Dandolos Anordnung segelten die Kreuzritter anschließend nach Konstantinopel, um dort zugunsten des Thronanwärters Alexios IV., der große Summen für die Kreuzritter sowie die Wiederherstellung der Kirchenunion in Aussicht gestellt hatte, in die innerbyzantinischen Machtkämpfe einzugreifen. 1203 eroberten die Kreuzritter Konstantinopel und brachten Alexios IV. auf den byzantinischen Thron. Wenig später wurde Alexios von einer innerbyzantinischen Opposition gestürzt, woraufhin die Kreuzritter unter Dandolos Befehl 1204 Konstantinopel erneut eroberten, die Stadt plünderten und ein Massaker unter der Bevölkerung anrichteten. Die vier bronzenen Pferde, die heute in einer Kopie (das Original befindet sich im Museum San Marco) über dem Portal des Markusdomes von Venedig stehen, waren Teil der Beute. Nach dem Fall Konstantinopels errichteten die Kreuzritter auf den Ruinen des Byzantinischen Reiches das Lateinische Kaiserreich, das bis 1261 Bestand hatte. Ebenfalls 1204 brachte Dandolo Kreta, Rhodos, Euböa und andere griechische Inseln unter die Herrschaft Venedigs und begründete damit die Vormachtstellung Venedigs im östlichen Mittelmeer. Dandolo starb am 14. Juni 1205 in Konstantinopel.
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