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EntwaldungEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Geschichte und regionale Unterschiede der Entwaldung; Arten der Entwaldung; Hauptursachen für die Entwaldung; Bemühungen zur Kontrolle der Entwaldung
Traditionell haben die genannten Probleme zwar zu Gesetzen und Verordnungen geführt, doch werden diese oft nicht streng genug gehandhabt oder durch einflussreiche Gruppen umgangen. In den tropischen Ländern hat man sich auf Hilfsprogramme konzentriert, um die Entwaldung einzuschränken; hier ist insbesondere das internationale Tropical Forests Action Programme zu nennen. All diese Programme haben sich jedoch als nicht ausreichend erwiesen, denn sie konnten die vielschichtigen Hauptursachen der Entwaldung nicht beseitigen. In Europa und Amerika versucht man mittlerweile durch Einflussnahme auf den Verbraucher, auf freiwilliger Basis eine nachhaltige Waldbewirtschaftung zu fördern; vorwiegend geschieht dies durch Informationskampagnen und mit Hilfe von Zertifikaten zur Herkunft des Holzes und der jeweiligen Bewirtschaftungs- und Rodungsweise des Waldes, aus dem das Holz gewonnen wird. Heute besteht Einigkeit darüber, dass die weltweite Entwaldung viele direkte und indirekte Ursachen besitzt. Mit einzelnen Gegenmaßnahmen kann das Problem daher nicht gelöst werden. Große Anstrengungen sind in Zukunft nötig, um nachhaltig Walderhalt und -bewirtschaftung weltweit durchzusetzen und ökologische, soziale und ökonomische Ziele in der Politik aufeinander abzustimmen. Dem stehen verschiedenste nationale und private Interessen immer noch entgegen. Da die Entwaldung sowohl Profite wie Kosten verursacht, bedarf es einer genauen Abschätzung der tatsächlichen Gewinne und Verluste bei jeder Rodungsmaßnahme. Die Vereinten Nationen haben empfohlen, dass jede Nation zwölf Prozent ihres repräsentativen Ökosystems erhalten sollte. Mehrere Länder berechnen inzwischen den Nutzen aus ihrem Waldbestand und definieren ein so genanntes Permanent Forest Estate (PFE) sowie Standards für die Nutzung der jeweiligen Wälder. Das PFE nennt die Bestandsgröße und Lage von Wäldern, die eine Nation für sich, jetzt und in der Zukunft, als unverzichtbar erachtet, und zwar sowohl in Hinblick auf den Schutz des Waldes wie auch auf seine wirtschaftliche Nutzung. Alle anderen, dabei nicht erfassten Waldflächen können umgewandelt und in andere Formen der Landnutzung überführt werden.
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