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Windows Live® Suchergebnisse PratityasamutpadaEnzyklopädieartikel
Pratityasamutpada (Sanskrit: „bedingtes Entstehen” oder „Entstehen in Abhängigkeit”), buddhistische Vorstellung von Entstehung und Aufrechterhaltung der Existenzen und (folglich) des Leidens. Diese Lehre, die von Buddha selbst verkündet wurde, erklärte das Gefangensein des Menschen im ewigen Kreislauf der Wiedergeburten, die alle mit Leiden verbunden sind. Sie interpretiert diese Wiedergeburt als eine unendliche Kette von Folgen ohne erste Ursache, in zwölf Stufen aufgeteilt, von denen eine jede die nächste verursacht. Diese Stufen sind: (1) Unwissenheit (avidya) über den wahren Zustand der Welt; (2) die Bildkräfte des Karma (sankara), die durch Taten entstanden sind, die aus Unwissenheit begangen wurden; (3) Bewusstsein (viynana); (4) Namen und Gestalten (nama-rupa); (5) die fünf Sinne und das Denken (shadayatana); (6) Berührung (phassa) zwischen den Sinnen und der Außenwelt; (7) Empfindung (vedana); (8) Lebensgier (tanha); (9) Festhalten an den Dingen (upadana); (10) das Werden oder Empfängnis (bhava); (11) Geburt (jati); (12) Alter und Tod (jaramarana). Die Stufen eins und zwei stehen für das vergangene Leben. Nichtwissen bzw. Unwissenheit steht nicht deshalb an erster Stelle der zwölf Stufen, weil es die vorrangige Ursache oder Bedingung der Wiedergeburt ist, sondern weil es alle Stufen durchdringt und die bei weitem stärkste Kraft ist, die zur Wiedergeburt führt. Stadium zwei steht für eine Summe des vergangenen Lebens, welches das gegenwärtige Leben bestimmt: Empfängnis in Stufe drei, Geburt in Stufe sechs und Tod in Stufe zehn. Deshalb stehen die Stufen eins bis zehn für das gegenwärtige Leben. Leib, Charakter, geistige Fähigkeiten und Gefühlsneigungen sind Vergeltung bzw. Belohnung für die Taten im vergangenen Leben. Sie bestimmen die Wiedergeburt des einzelnen in Stufe elf. Wer stirbt, ohne die Erleuchtung erreicht zu haben, ist unwissend, und der Vorgang wiederholt sich von neuem. Die Zustände, die von diesem Zyklus geschaffen werden, sind in keiner Stufe wirklich oder für sich selbst existierend, daher existiert beispielsweise auch zu keiner Zeit ein „Ich”. Die Kette der Wiedergeburten kann nur durch die Erleuchtung gebrochen werden; diese erlangt man durch die Befolgung des Heiligen achtfachen Pfades. Die Auslöschung aller Ursachen und Bedingungen, die einen an die Wiedergeburt fesseln, führen zur Loslösung und zum Nirwana. Die kosmologische und erkenntnistheoretische Annahme dieser Lehre stimmt mit der traditionellen indischen Sicht des ewigen Werdens und Vergehens des Universums überein, das ohne Anfang und Ende ist. In der buddhistischen Kunst wird diese Idee oft durch ein sich drehendes Rad dargestellt (siehe Samsara).
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