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Windows Live® Suchergebnisse Pierre Ambroise François Choderlos de LaclosEnzyklopädieartikel
Pierre Ambroise François Choderlos de Laclos (1741-1803), französischer Schriftsteller. Laclos wurde am 18. Oktober 1741 in Amiens geboren und wuchs in Aristokratenkreisen auf. Als eine angestrebte Offizierslaufbahn zu scheitern drohte, trat er 1782 als Privatsekretär in die Dienste des Herzogs Louis Pilippe von Orléans, den er 1789 auf eine Reise nach London begleitete. Während der Französischen Revolution ergriff Laclos zeitweise Partei für die Jakobiner, deren Journal des Jacobins er herausgab. 1793 inhaftiert, kam er im Dezember 1794 wieder frei, wobei er nur knapp der Guillotine entging. 1800 wurde er Artillerieoffizier Napoleons. Er starb am 5. September 1803 während der Belagerung Tarents an einer Infektion. Laclos’ literarische Karriere begann eher erfolglos mit Gedichten und Opernlibretti. Weltweit bekannt wurde er mit dem formal an Samuel Richardson und Jean-Jacques Rousseau geschulten Briefroman Les liaisons dangereuses (4 Bde., 1782, Die gefährlichen Liebschaften), einer psychologisch eindringlichen Studie über die Sinnleere der aristokratischen Gesellschaft des Ancien Régime. Laclos gab sein Buch anonym heraus und stellte ihm ein moralistisches Motto Rousseaus voran („Ich habe die Sitten meiner Zeit gesehen und diese Briefe veröffentlicht”). Thema ist das emotional indifferente Handeln einer Adelsschicht, die die wahren Gefühle ihrer Umwelt in ihr gelangweiltes Lebensspiel mit einbezieht. Dabei schreibt jede der hierin involvierten Figuren ihre Briefe in einem unverwechselbaren Stil. Die gefährlichen Liebschaften mit ihrer faszinierenden Darstellung des Bösen übte großen Einfluss auf die Literatur bis zur Moderne aus. Vor allem Baudelaire lobte die intellektuelle Schärfe des Buches vehement. Auch wurde es mehrfach verfilmt, so etwa von Roger Vadim, Stephen Frears und Miloš Forman. Zu Laclos weiteren Schriften gehören De l’éducation des femmes (1783), mehrere politische Reden sowie zwei kürzere Abhandlungen zur Literaturkritik. An die Qualität der Gefährlichen Liebschaften reichte jedoch keine seiner Schriften heran.
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