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Reinhold Messner

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Reinhold MessnerReinhold Messner

Reinhold Messner (*1944), italienischer Bergsteiger und Publizist. Mit seiner Besteigung aller 14 Achttausender, der Alleinbesteigung des Mount Everest ohne Sauerstoffgerät sowie weiteren Aufsehen erregenden Expeditionen zählt er zu den bekanntesten und renommiertesten Alpinisten der Welt.

Messner wurde am 17. September 1944 in Brixen (Südtirol) geboren. Er begann bereits im Kindesalter in den Dolomiten mit dem Bergsteigen. Ab 1966 studierte er in Padua Hoch- und Tiefbau und arbeitete nach Abbruch des Studiums als Mathematiklehrer. In den sechziger Jahren machte er sich als Alpinist durch eine Reihe von Erstbegehungen einen Namen: u. a. 1965 Ortler-Nordwand, 1967 Civetta-Nordwestwand und Agner-Nordostwand, 1968 Eiger-Nordpfeiler und Marmolada-Südwand sowie 1969 Alleinbegehung der Droites-Nordwand. 1970 unternahm er seine erste Himalayaexpedition gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Günther, der beim Abstieg vom Nanga Parbat durch eine Lawine ums Leben kam und dessen Leichnam erst 2005 gefunden wurde. Seit 1971 ist Messner professioneller Bergsteiger und Publizist, bis 1986 war er auch Leiter der „Alpinschule Südtirol”.

1978 sorgte Messner für Schlagzeilen, als er zusammen mit Peter Habeler als erster Mensch den Mount Everest ohne Sauerstoffgerät bestieg. Im selben Jahr erreichte er auch allein den Gipfel des Nanga Parbat; dies war die erste Alleinbesteigung eines Achttausenders. 1980 gelang Messner als erstem Menschen eine Alleinbesteigung des Mount Everest, wiederum ohne Sauerstoffmaske. Zusammen mit Hans Kammerlander beendete er eine Doppelbesteigung des Gasherbrum I und Gasherbrum II im Karakorum innerhalb von sieben Tagen erfolgreich. Unmittelbar nach einer Durchquerung Tibets auf einer Strecke von 3 000 Kilometern bestieg Messner im Oktober 1986 gemeinsam mit Friedl Mutschlechner und Hans Kammerlander den Makalu und den Lhotse in Nepal; damit war Messner der erste Mensch, der alle 14 Achttausender bezwingen konnte. Im Dezember 1986 erreichte er den Gipfel des Vinson, des höchsten Berges der Antarktis.

1990 erntete Messner erneut große Aufmerksamkeit, als er zusammen mit Arved Fuchs in 92 Tagen zu Fuß die Antarktis durchquerte und dabei etwa 2 800 Kilometer zurücklegte. Es folgte zusammen mit Kammerlander eine Wandertour durch die Alpen von mehr als 1 000 Kilometern, bei der die beiden mehr als 300 Gipfel bestiegen. Im März 1995 versuchte Messner gemeinsam mit seinem Bruder Hubert eine Nordpolexpedition, bei der sie von Sibirien über den Nordpol nach Kanada marschieren wollten. Wegen widriger Umstände musste die Unternehmung jedoch bereits nach drei Tagen abgebrochen werden. Sein Talent für mediengerechte Verwertung seiner Abenteuer bewies er mit der Behauptung, er habe im Himalaya-Gebiet den Yeti, den legendären Schneemenschen, beobachtet und fotografiert, ehe er 1998 das Buch Yeti. Legende und Wirklichkeit veröffentlichte und mit der Enthüllung aufwartete, dass es sich beim Yeti um einen Bären handelt, der „erst in der Wildnis des Himalaya zusammen mit all den blutrünstigen Legenden, die sich die Himalaya-Bewohner über den Yeti erzählen, zu diesem Fabelwesen wird”. Einem alten Traum folgend, unternahm er 59-jährig im Mai 2004 im Alleingang eine Längsdurchquerung der Wüste Gobi.

Reinhold Messner drehte eine Reihe von Fernseh- und Dokumentarfilmen: u. a. Zurück in die Berge, Everest 78, Handstreich am K 2, Ama Dablam – Der heilige Berg, Mount Everest – Reinhold Messners Alleingang zum Dach der Welt, Tibet – Wo die Berge den Himmel berühren, Shisha Pangma – Gipfelsturm im Monsun und Große Wände im Himalaya. Zusammen mit dem deutschen Regisseur Werner Herzog realisierte er den Film Gasherbrum – Der leuchtende Berg (1985). Von Messner stammt auch der Plot für Herzogs Film Schrei aus Stein (1991).

Darüber hinaus schrieb er viele Bücher: u. a. Everest (1978), Alleingang Nanga Parbat (1979), Wettlauf zum Gipfel (1986), Überlebt. Alle 14 Achttausender (1987), Die Freiheit aufzubrechen, wohin ich will (1989), Antarktis. Himmel und Hölle zugleich (1990), Berge versetzen – Das Credo eines Einzelgängers (1993), Dreizehn Spiegel meiner Seele (1994), Bis ans Ende der Welt. Alpine Herausforderungen im Himalaya und Karakorum (1996), Nie zurück (1996), Berg Heil – Heile Berge? (1997),Yeti. Legende und Wirklichkeit (1998), Mallorys zweiter Tod (1999), ein Band über den britischen Bergsteiger George Mallory, der 1924 am Mount Everest ums Leben kam, Der nackte Berg. Nanga Parbat – Bruder, Tod und Einsamkeit (2002), Vertical. 100 Jahre Kletterkunst (2002), K2 Chogori. Der große Berg (2004) und Gobi. Die Wüste in mir (2005). Unter dem Titel Mein Leben am Limit (2004) veröffentlichte Messner seine Autobiographie.

Auf dem Gipfel des Monte Rite in den Ostdolomiten eröffnete Messner 2002, von den Vereinten Nationen als „Jahr der Berge” ausgerufen, in einer umgebauten Festungsruine aus dem 1. Weltkrieg sein „Museum in den Wolken”, ein Bergmuseum. Als parteiunabhängiger Repräsentant der italienischen Grünen hatte er von 1999 bis 2004 einen Sitz im Europäischen Parlament.

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