Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Sangha

Windows Live® Suchergebnisse

  • Sangha – Wikipedia

    Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter Sangha (Begriffsklärung) aufgeführt.

  • Dharma Sangha :: Einstiegsseite

    Das Buddhistische Studienzentrum im Johanneshof ist der europäische Praxisort von Dharma Sangha, der Gemeinschaft Praktizierender unter der spirituellen Leitung von Zentatsu Baker ...

  • Zen-Gemeinschaft Choka Sangha e.V.

    Die Zen-Gemeinschaft Choka Sangha e.V. steht in der Traditionslinie des Hokoji-Klosters, dem Sitz einer der 14 Rinzai-Zen-Linien in Japan, das zur Zeit von Oi Saidan Roshi geleitet ...

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse

Sangha

Enzyklopädieartikel
Multimedia
Buddhistisches Kloster in Ulan Bator (Mongolei)Buddhistisches Kloster in Ulan Bator (Mongolei)
Artikelgliederung
1

Einleitung

Sangha (Sanskrit: Menge, Schar), buddhistische Mönchsgemeinschaft, die von Buddha selbst eingeführt wurde und die neben Buddha und dem Dharma (Lehre, Gesetz) das „dritte Kleinod” des Buddhismus darstellt. Im Gegensatz zu anderen Religionen wie z. B. dem Christentum gibt es im Buddhismus neben der Gemeinschaft der Mönche und Nonnen keinen Klerus, der in der Welt tätig ist. Der Theravada-Buddhismus vertritt die Auffassung, dass nur diejenigen Mönche das Nirwana erlangen können, die Buddhas Lehre vom Dharma befolgen, während Laien, die nicht dem Sangha angehören, grundsätzlich nicht in der Lage sind, am Ende ihres Lebens ins Nirwana einzugehen.

2

Anfänge

Die ersten Mitglieder des Sangha waren die ersten fünf Asketen, zu denen Buddha nach seiner Erleuchtung sprach und die er zu Mönchen, oder Bhikkus, weihte. Während der folgenden Monate wuchs der Sangha auf 60 Jünger, die alle Arhats waren, die schon die Erleuchtung erlangt hatten. Er sandte diese von Benares aus, um das Dharma zu lehren. Häuser und Ländereien, die ihnen von reichen Anhängern geschenkt worden waren, ermöglichten es den Mönchen, die ersten buddhistischen Klöster einzurichten. Später gründete Buddha auch den Orden der buddhistischen Nonnen.

Die ersten buddhistischen Mönche waren Bettelmönche mit kahlgeschorenen Köpfen und ungesäumten orangefarbenen Gewändern, die sich kaum von anderen indischen Wandermönchen unterschieden. Während der Regenzeit, zu der das Reisen schwierig war, ließen sie sich gemeinsam nieder. In der Regel wohnten sie in getrennten Hütten; doch einmal alle 14 Tage, zur Zeit des Neu- und Vollmonds, fanden sie sich zum Uposatha-Treffen ein, um die Klosterregeln zu rezitieren, ihre Standhaftigkeit zu bezeugen und ihre Verfehlungen zu bekennen. Das Vinaya-pitaka, ein Teil des grundlegenden Kanons der buddhistischen Lehre, des Tipitaka, sorgte für Lebensregeln der Mönche und Nonnen. Obwohl der Sangha zu einer sesshaften Gemeinschaft wurde, spielt im Theravada-Buddhismus das Wandermönchtum auch heute noch eine besondere Rolle.

3

Organisation

Buddhistische Mönche und Nonnen waren traditionellerweise zur Armut und zum Zölibat verpflichtet, sie besaßen nur drei Gewänder, eine Bettelschale und einige andere Geräte. Sie sollten um ihre Nahrung betteln und sich der Arbeit enthalten. Die 227 Vorschriften der in Pali niedergeschriebenen Ordensdisziplinen (Vinaya), in manchen buddhistischen Gemeinschaften mit Ergänzungen versehen, kennen nur vier Übertretungen, die den sofortigen Ausschluss rechtfertigen: Töten, Diebstahl, Bruch des Keuschheitsgelübdes und sich auf unlautere Weise der eigenen geistigen Entwicklung zu brüsten. (Töten bezieht sich auch auf Tiere; aus diesem Grund ernähren sich buddhistische Mönche vegetarisch.) Andere Bestrafungen waren der zeitweilige Ausschluss aus dem Orden, Verlust der Mönchsgewänder oder förmliche Beichte vor den Mitmönchen. Übertretungen sind nach ihrer Schwere aufgelistet, mit zusätzlichen Sonderregeln für die Nonnen. Diese Vorschriften machen einen der frühesten Teile des Tipitaka aus. In den meisten buddhistischen Richtungen versammeln sich die Mönche immer noch alle 14 Tage, um die Regeln zu rezitieren und Übertretungen zu bekennen.

In den Klöstern bildeten sich später interne Hierarchien; doch zwischen den Klöstern gab es nur schwache, auf Autorität gegründete Beziehungen. Da Buddha sich ausdrücklich geweigert hatte, einen Nachfolger zu ernennen, und nur dem Dharma Autorität verliehen hatte, begannen die Mönche in einem gewissen Sinne als gleichwertige Partner auf der Suche nach Erlösung. Die wachsende Größe und Komplexität des Sangha führte zu einer Verteilung der Aufgaben, die häufig auch von Laien ausgeübt werden.

Form und Organisation des Sangha sind von Land zu Land verschieden, insbesondere zwischen den Traditionen des Theravada- und Mahayana-Buddhismus. Dabei vollziehen fast alle buddhistischen Gemeinschaften bei der Weihe die Tonsur (Scheren des Haupthaares). In einigen Ländern, wie in China, wurde dem Novizen brennendes Harz auf den Schädel gegossen, um seine Standhaftigkeit zu prüfen.

Die Aufnahme in den Sangha hängt vom Wunsch des Anwärters ab, auch wenn Buddha angeordnet hatte, dass kein Mönch die Weihen ohne Zustimmung seiner Eltern erhalten sollte. In China und Tibet gab es eine Probezeit von einem Jahr, bevor der Anwärter als Novize aufgenommen wurde; ein weiterer Aufstieg war in China im Allgemeinen nur mit Verbindungen zur Regierung möglich. In anderen Ländern regelte der Staat die Weihe, indem er Prüfungen abhalten ließ.

4

Praxis

Traditionell wird der Sangha von der Laiengemeinde unterhalten, während dieser wiederum die Laien im Dharma unterrichtet. Durch die Unterstützung des Sangha kann der Laie gutes Karma ansammeln. Buddhistische Klöster haben auch andere Funktionen übernommen, insbesondere Armen- und Krankenfürsorge und Erziehung. Tempel sind Mittelpunkte der Andacht für den Sangha sowie die Laien, und Predigten dienen dazu, die Laienschaft zu unterweisen.

In der Regel übt der Sangha grundsätzlich keine politische Macht aus und mischt sich nicht in politische Konflikte ein. Fälle, bei denen einzelne Mönche politisch handelten, waren 1959 die Ermordung des Premierministers von Sri Lanka, Solomon Bandaranaikes, sowie die Selbstverbrennung von Mönchen aus Protest gegen das Diem-Regime in Vietnam. Bis zur Besetzung Tibets durch China 1959 hatten dort in einem theokratisch organisierten Staat der Dalai-Lama und der Dge-lugs-pa sowohl die religiöse als auch die politische Führung inne. Bis heute wirbt der Dalai-Lama weltweit für die Wiedererlangung der Autonomie Tibets. In Japan hielten sich die Klöster Privatarmeen; sie waren militante Verteidiger ihrer Interessen und gelegentlich in politische Machtkämpfe verwickelt.

In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft