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    Shivaismus, eine der Hauptrichtungen des Hinduismus, in der Shiva als höchster Gott verehrt wird. Seine Anhänger werden Shivaiten oder Shaivas genannt

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Shivaismus

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Haupttempel der Tempelanlage PrambananHaupttempel der Tempelanlage Prambanan

Shivaismus, eine der Hauptrichtungen des Hinduismus, in der Shiva als höchster Gott verehrt wird. Seine Anhänger werden Shivaiten oder Shaivas genannt.

Die Shiva-Verehrung entstand vermutlich in vorindoarischer Zeit in der Induskultur, wo ein Shiva-ähnlicher Kult existierte, durch den die kleine Furcht erregende Gottheit Rudra verehrt wurde. Bis zum 4. Jahrhundert v. Chr. wurde Rudra-Shiva von einigen Anbetern vermutlich mit Brahman (das dem gesamten Dasein zugrunde liegende Bewusstsein) identifiziert und als der einzige allmächtige Gott angebetet. Die älteste überlieferte Sekte des Shivaismus ist jene der asketischen Pashupatas, aus der sich die Lakula-Tradition entwickelte, dem ältesten Beispiel nichtdualistischer, auf eine Vereinigung mit Rudra ausgerichteter Praktiken. Ihre Anhänger waren Kapalas; sie lebten wie Shiva auf Leichenverbrennungsstätten und trugen Menschenschädel als Kultgegenstände. Obwohl sich keine dieser Traditionen tantrisch nannte, entstand seit etwa dem 3. Jahrhundert n. Chr. im Shivaismus allmählich ein umfangreiches Werk tantrischer Literatur (Tantras), das von seinen Anhängern als offenbarte Lehre Shivas angesehen wurde. Diese Texte wurden sowohl zu Prototypen des Tantra anderer indischer Religionen wie auch zur Grundlage für Theologie, Ritus und Yoga einer Reihe unabhängiger jedoch verwandter Systeme des Shivaismus.

Im 9. und 10. Jahrhundert entstanden in Kaschmir zwei große Shaiva-Schulen. Die Lehren einer dieser Schulen, die die Kaula-Shakti-Kulte der Trika und Krama umfassen, fanden ihre endgültige Formulierung um 1000 n. Chr. in den Schriften der großen nichtdualistischen Abhinavagupta. Die andere Schule, die Shaiva-Siddhanta, entwickelte sich in Südindien und wurde im Lauf der Zeit zu der wahrscheinlich bekanntesten Shaiva-Sekte.

Nach seiner Einweihung (durch Shiva selbst, mittels eines Guru) ist der Anhänger des Shaiva-Siddhanta bestrebt, durch die Ausführung komplexer Riten Kräfte aufzubauen, um die Seele aus ihren Fesseln zu befreien und mit Gott eins zu werden.

Eine weitere bedeutende Sekte von Shiva-Anhängern ist die Virashaiva- oder Lingayat-Sekte, die sich für soziale Reformen engagiert und deren Anhänger Shiva durch das phallische Symbol des Linga verehren, das die tatsächliche Anwesenheit Gottes darstellen soll und von seinen Anhängern als Halsschmuck getragen wird. Andere Shivaiten, insbesondere die asketischen, tragen häufig drei waagerechte Aschestreifen auf ihrer Stirn. Von den Virashaivas stammt ein umfangreiches Werk lyrischer Dichtungen, in dem sie ihrer Verehrung Shivas Ausdruck verliehen haben. Auch die Gruppe der tamilischen Nayanmars bediente sich der Dichtkunst, wobei ihre Verehrungshymnen dem Shaiva-Siddhanta-Kanon hinzugefügt wurden.

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