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Nataraja

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Shiva als NatarajaShiva als Nataraja

Nataraja oder „Gott des Tanzes”, eine der beeindruckendsten Figuren der indischen Kunst und Philosophie. Die Nataraja-Darstellung erscheint in südindischen Bronzestatuen aus der Chola-Dynastie und späterer Zeit (10. bis 14. Jahrhundert). Die Symbolik dieser Figur wird in zahlreichen Schriften aus dieser Epoche erläutert. Die berühmteste Darstellung befindet sich im Chidambaram-Tempel im Bundesstaat Tamil Nadu.

Die Nataraja-Figur zeigt den Hindugott Shiva beim Aufführen des kosmischen Tanzes. In der einen Hand hält er eine Trommel, die die Erschaffung und den rhythmischen Schlag der Zeit symbolisiert. In einer anderen Hand hält er das heilige Feuer, das Symbol für Zerstörung und Verwandlung. Mit seinem rechten Fuß tritt er den Teufel der Unwissenheit nieder. Der linke Fuß ist als Symbol der Erlösung angehoben. Eine dritte Hand Shivas zeigt auf die Hoffnung, die durch den angehobenen Fuß verkörpert wird, und eine vierte Hand ist in segnender Stellung dargestellt. Die ganze Figur ist von einem Flammenbogen umgeben, der die Natur, Prakriti, darstellt, die von der sich darin befindenden lebendigen Shivafigur zum Leben erweckt wird. Die Dynamik der tanzenden Figur mit ihrem fliegenden Gürtel und den wehenden Locken steht im Kontrast zu dem Ruhe ausstrahlenden Gesicht Shivas und zu seiner zum Segen erhobenen Hand. Shiva trägt im einen Ohr einen männlichen, im anderen Ohr einen weiblichen Ohrring, die sein doppeltes Wesen (ardhanareshwara, halb Mann, halb Frau) symbolisieren. Der Tanz findet in Chidambaram statt, dem „Zentrum des Universums”, das auch als Herz des Menschen interpretiert wird. Als Kunstwerk ist die Nataraja-Figur sowohl hinsichtlich der Gestaltung als auch bezüglich der Darstellung des Ausgleichs zwischen Bewegung und Ruhe bemerkenswert.

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