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Snooker

Enzyklopädieartikel
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Steve DavisSteve Davis
Artikelgliederung
1

Einleitung

Snooker, Kugelspiel für zwei oder vier Spieler, das mit Queues und 22 Kugeln auf einem Billardtisch mit sechs Löchern gespielt wird.

Snooker ist vom Billard und anderen ähnlichen Spielen abgeleitet. Gespielt wird mit 15 roten und sechs andersfarbigen Kugeln sowie einer weißen Spielkugel. Die Anfangsposition der Kugeln wird mit Hilfe eines dreieckigen Rahmens festgelegt, in den die roten Kugeln gelegt werden. Dieses Dreieck wird so auf dem Tisch platziert, dass seine Basis parallel zur oberen Bande und die Spitze so nah wie möglich an der rosafarbenen Kugel liegt, ohne diese zu berühren. Die schwarze Kugel wird auf den Billardpunkt gelegt, die rosafarbene auf den Pyramidenpunkt, die blaue auf den Mittelpunkt, die braune auf den Mittelpunkt der Balkenlinie, die grüne auf die linke und die gelbe auf die rechte Ecke des D.

Der weiße Spielball wird abwechselnd von beiden Spielern benutzt und kann zum Eröffnungsstoß auf irgendeine Stelle innerhalb des D gesetzt werden. Eine Partie nennt man Frame, nach der englischen Bezeichnung des Rahmens, mit dem die roten Kugeln platziert werden. Ziel des Spieles ist es, mehr Punkte zu erzielen als der Gegner. Punkte kann man auf zwei verschiedene Arten erzielen: indem man die verschiedenwertigen Kugeln einlocht oder indem man Strafpunkte des Gegners gutgeschrieben bekommt. Jeder Spieler locht so lange die roten Kugeln ein, bis keine mehr auf dem Tisch ist. Kann ein Spieler eine rote Kugel einlochen, muss er anschließend eine andersfarbige spielen. Der Spieler, der am Zug ist, muss im Voraus angeben, welche Kugel er spielen will. Die Farben haben folgende Werte: schwarz sieben, rosa sechs, blau fünf, braun vier, grün drei, gelb zwei Punkte und rot einen Punkt. Nach dem Einlochen einer andersfarbigen Kugel wird diese auf ihre Position zurückgesetzt, bevor erneut eine rote gespielt wird. In dieser Reihenfolge werden rote und andersfarbige Kugeln gespielt, bis alle roten eingelocht sind. Anschließend werden die andersfarbigen Kugeln in aufsteigender Reihenfolge gespielt, also zuerst die gelbe und zuletzt die schwarze, bis nur der weiße Spielball übrig ist. Die Gesamtpunktzahl, die ein Spieler erzielt, wenn er an der Reihe ist, nennt man Serie. Ein Spieler ist so lange am Zug, bis er eine Kugel nicht einlochen konnte oder ein Foul begangen hat. Wird eine rote Kugel nicht eingelocht, zieht dies eine Strafe von vier Punkten nach sich. Die Strafpunkte erhöhen sich auf fünf, sechs oder sieben Punkte, wenn die Spielkugel anstatt der roten zuerst die blaue, rosa oder schwarze Kugel berührt. Wird eine angesagte andersfarbige Kugel nicht eingelocht, so wird dies, je nach Wert der Kugel, mit mindestens vier Punkten bestraft. Ist beispielsweise Rosa angesagt und Schwarz wird getroffen, so wird das Maximum von sieben Strafpunkten verhängt.

Die Mehrzahl der Punkte wird durch Einlochen erzielt, einige aber auch durch die oben beschriebenen Strafen. Strafen folgen häufig auf sorgfältig gelegte Snooker. Ein Snooker liegt vor, wenn die Kugeln so liegen, dass ein Spieler die vorgeschriebene Kugel nicht spielen kann, ohne zuerst ein Bande zu treffen, oder wenn der Spielball in einem Loch landet. Snooker werden häufig durch gekonnte Sicherheitsstöße gelegt.

Weitere Fouls sind: ein geschobener Stoß (gleichzeitiger Kontakt zwischen Queuespitze, Spielkugel und Zielkugel); wenn eine Kugel den Tisch verlässt; wenn ein Spieler beim Stoß nicht mit beiden Füßen auf dem Boden steht; wenn eine Kugel mit einem anderen Teil als der Spitze des Queues getroffen oder berührt wird; wenn der falsche Ball gespielt wird.

Eine zentrale Regel betrifft die freie Kugel (die in einem Frame oft entscheidend sein kann). Ist ein Spieler nach einem Foul des Gegners gesnookert, wenn er eine rote Kugel spielen müsste, darf er eine andersfarbige Kugel spielen. Diese wird freie Kugel genannt. Wird sie eingelocht, zählt sie einen Punkt. Anschließend wird in der üblichen Weise eine andere Farbe angesagt. Befinden sich keine roten Kugeln mehr auf dem Tisch, so kann die niedrigste Kugel auf dem Tisch als freie Kugel verwendet werden. Danach wird in der Reihenfolge der Farben weitergespielt.

Gerät ein Spieler durch ein Foul seines Gegners in eine ungünstige Position, so darf er ihn bitten, den Stoß zu wiederholen. Diese Regel (ebenso wie die des freien Balles) soll verhindern, dass ein Spieler, der ein Foul begeht, einen Vorteil daraus ziehen kann.

2

Geschichte

Das Spiel wurde um 1875 von britischen Offizieren im Ooty Club von Ootacamund in den Nilgiribergen (Südindien) erfunden. Es wurde vom Billard abgeleitet, besitzt jedoch auch Verwandtschaft zu anderen Spielen, besonders zu Pyramids.

Sir Neville Bowes Chamberlain fasste Elemente aus einigen dieser Spiele zu einem neuen zusammen, das später „Snooker” genannt wurde. Ursprünglich bezeichnete der Name im Armeejargon einen unbeholfenen Kadetten. Wenn ein Spieler die Spielkugel zufällig oder absichtlich so platzierte, dass der Gegner ihn nicht spielen konnte, bezeichnete man diesen als „Snooker”. So entstand der Name des Spieles.

1885 kam das Spiel durch John Roberts, den besten Billardspieler seiner Zeit, nach England. Die Profis lehnten Snooker ab, doch bei den Amateuren erfreute es sich bald großer Beliebtheit, und so wurde 1916 die erste britische Amateurmeisterschaft ausgetragen. Die 1885 gegründete Billiards Association erkannte 1900 die Snooker-Regeln an.

Die ersten Profiweltmeisterschaften fanden 1927 auf Anregung von Joe Davis statt, des besten Spielers seiner Zeit. Davis gewann das Turnier und trug den Titel, bis er ab 1946 nicht mehr an Weltmeisterschaften teilnahm. Nach Joe Davis waren die Weltmeister in den späten vierziger und in den fünfziger Jahren Fred Davis, Walter Donaldson, John Pulman und Horace Lindrum.

1969, 1971 und 1977 gewann Joe Spencer den Weltmeistertitel. Ab 1969 fand die Weltmeisterschaft jährlich statt; die Finals werden seit 1977 im Crucible Theatre in Sheffield gespielt. Der beste Spieler der achtziger Jahre war Steve Davis (sechsmaliger Weltmeister). Andere herausragende Spieler waren Cliff Thorburn, Alex Higgins, Dennis Taylor, Stephen Hendry und Jimmy White. In den neunziger Jahren waren Davis, Hendry, White, John Parrott, Mike Hallett, Neal Foulds und James Wattana die Spitzenspieler. In der folgenden Dekade profilierten sich neben Hendry u. a. Peter Ebdon, Mark Williams, John Higgins, Ronnie O’Sullivan und Paul Hunter.

Außer in Großbritannien wird Snooker in Kanada, Australien, Neuseeland, Indien, Pakistan, Sri Lanka, Malta und Malaysia auf hohem Niveau gespielt.

Zu den wichtigsten Turnieren neben den Weltmeisterschaften zählen: der Rothmans Grand Prix (seit 1982), die United Kingdom (UK) Open (seit 1977), die British Open (seit 1980), die European Open (1989), die Asien Open (1989), das Benson and Hedges Masters (1975), das Benson and Hedges Irish Masters (1978), das World-Cup-Turnier (1979), das Scottish Masters (1981) und die World Matchplay Championship (1988).

Amateurweltmeisterschaften fanden zum ersten Mal 1963 in Indien statt und werden seit 1984 jährlich ausgespielt. Ausrichter ist die International Billiards and Snooker Federation (IBSF), die 1985 zum Dachverband der Amateure wurde.

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