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Windows Live® Suchergebnisse KonjunkturprognoseEnzyklopädieartikel
Konjunkturprognose, volkswirtschaftliche Vorhersage über die zu erwartende wirtschaftliche Entwicklung in einem bestimmten Zeitraum, meist dem folgenden Jahr, manchmal auch in den nächsten sechs bis acht Quartalen. Unternehmen sind bei der Produktionsplanung auf Vorhersagen über die Entwicklung der Marktbedingungen und Absatzchancen angewiesen. Regierungen lassen Prognosen erstellen, bevor sie über Budgetstrategien, ihre Finanzpolitik etc. entscheiden. Ziel solch einer Konjunkturprognose ist es, das Zahlenwerk volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen zu erstellen, um damit ein Gesamtbild der wirtschaftlichen Lage zu vermitteln. Von besonderer Bedeutung bei der Erstellung sind Veränderungen des Bruttosozialprodukts, des Verbrauchs der privaten Haushalte, des Import- und Exportvolumens, der Preise, der Beschäftigung und der Löhne. Das grundlegende Element jeder Prognose über den zukünftigen Wert einer beliebigen abhängigen Variablen – wie z. B. der Inflationsrate – ist eine Analyse darüber, wie die betreffende Variable in der Vergangenheit mit einer anderen erklärenden Variablen verbunden war, die man glaubt voraussagen oder als gegeben annehmen zu können. So kann man z. B. auf der Grundlage von Daten aus früheren Jahren annehmen, dass die Inflationsrate in irgendeinem Jahr in einer präzisen Weise mit der Rate des Anstiegs der Geldmenge während der zwei Vorjahre verbunden war. Da der Anstieg der Geldmenge feststeht, ist es einfach, die Inflationsrate des nächsten Jahres vorauszusagen. In diesem Fall ist der zurückliegende Anstieg der Geldmenge gegeben, und er würde als eine exogene Variable bei der Bestimmung der Inflation betrachtet werden. Die Zuverlässigkeit der Vorhersagen würde davon abhängen, wie stark die Korrelation zwischen vergangenen Zunahmen der Geldmenge und nachfolgenden Inflationsraten wäre, und welche Kausalitätsrichtung sich durch die Korrelation ergeben würde. Ersteres hängt hauptsächlich davon ab, wie viele andere Variablen sich auf die Inflation auswirken, Letzteres wird im Wesentlichen durch die zugrunde gelegte Wirtschaftstheorie bestimmt. Soweit irgendeine Variable X durch eine Vielzahl von erklärenden Variablen U, V, Y und Z bestimmt werden kann, sind kompliziertere statistische Verfahren nötig, um die Beziehungen zwischen jeder von ihnen und der abhängigen Variablen herzustellen. Dies deshalb, weil die erklärenden Variablen ebenfalls einander beeinflussen können. Je nachdem, wer die Vorhersage erstellt und welche Art von Vorhersage gemacht wird, unterscheiden sich daher die angewandten Methoden. Im Verlauf der letzten Jahrzehnte sind die Modelle zur Vorhersage der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung immer komplexer geworden. Prognosen zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung werden in der Regel mit Hilfe von computergestützten Modellen erstellt, da sie einen extrem hohen Rechenaufwand erfordern. In der Folge des enormen Fortschritts in der Computertechnologie wurde versucht, die mathematischen Grundlagen der Modelle immer exakter zu bestimmen. Doch trotz aller Verbesserungen und Verfeinerungen bei den Modellen oder, wie manche Wirtschaftswissenschaftler annehmen, gerade deshalb ist das Ergebnis der kurzfristigen makroökonomischen Prognosen während der letzten Jahre häufig unzutreffend gewesen. Prognosefehler können auf der unzureichenden oder falschen Spezifizierung des Modells, auf falschen exogenen Variablen, äußeren Störungen (z. B. Zusammenbruch der kommunistischen Staaten) oder Fehlern im zugrunde liegenden statistischen Material beruhen. Siehe Ökonometrie
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