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Georg Wilhelm Pabst (1885-1967), österreichischer Filmregisseur, eine der profiliertesten Persönlichkeiten der Stummfilmzeit und des frühen Tonfilmes. Pabst wurde am 27. August 1885 in Raudnitz (Böhmen, heute Tschechische Republik) geboren und studierte von 1904 bis 1906 an der Akademie für gestaltende Kunst in Wien. Anschließend war er bis zum Kriegsausbruch 1914 als Schauspieler an verschiedenen Theatern engagiert und wechselte zu Beginn der zwanziger Jahre zum Film. Nach dem Debüt Der Schatz (1923) erzielte er einen durchschlagenden Erfolg bei Publikum und Kritik mit dem Prostituierten-Drama Die freudlose Gasse (1925, mit Asta Nielsen und Greta Garbo). Pabst löste sich dort von den stilistischen Prämissen des seinerzeit populären filmischen Kammerspieles und schuf eine individuell geprägte Version des Expressionismus auf der Leinwand. Mit Geheimnisse einer Seele (1926) und Die Liebe der Jeanne Ney (1927) konnte er an diese Erfolge anknüpfen, mehr noch mit der Literaturverfilmung Die Büchse der Pandora (1928, mit der amerikanischen Schauspielerin Louise Brooks als Lulu), nach dem Bühnenstück von Frank Wedekind. In seinem letzten Stummfilm, dem erneut im Bordellmilieu angesiedelten Melodram Das Tagebuch einer Verlorenen (1929) brillierte wiederum Louise Brooks in der Hauptrolle. Das thematische Spektrum seiner Tonfilme ist breit gefächert. Neben der Bergsteigergeschichte Die weiße Hölle vom Piz Palü (1929/35) und dem Antikriegsfilm Westfront 1918 (1930) entstanden Komödie wie Skandal um Eva (1930, mit Henny Porten). Aufsehen erregte seine – vorzüglich besetzte – Verfilmung der Dreigroschenoper (1931) von Bertolt Brecht und Kurt Weill. Brecht, der Pabsts Konzept nicht akzeptierte, suchte die Aufführung gerichtlich zu verhindern. Aus politischen Gründen wurde der Film, ebenso wie Westfront 1918 und das vom Gedanken der Völkerverständigung getragene Bergarbeiterdrama Kameradschaft (1931) von den Nationalsozialisten 1933 verboten. Pabst emigrierte, wie viele andere bedeutende deutsche Filmschaffende, 1933 zunächst nach Frankreich, später in die USA. Im Exil entstanden neben Don Quichotte (1933) nur marginale Werke. Nach der Rückkehr nach Deutschland drehte Pabst mit Leni Riefenstahl Tiefland (1940, erst 1954 fertig gestellt) nach Motiven der gleichnamigen Oper, die Karoline-Neubert-Biographie Komödianten (1941, mit einer herausragenden Käthe Dorsch), und Paracelsus (1943). Seine ehemalige Nähe zu den nationalsozialistischen Machthabern brachte Pabst nach Kriegsende vorübergehend in Schwierigkeiten. Er gründete eine eigene Produktionsfirma und realisierte u. a. eine überzeugende historische Auseinandersetzung über den Antisemitismus mit dem Film Der Prozeß (1948). Mit Der Letzte Akt (1955), einer Schilderung der letzten Kriegstage in der Reichskanzlei (nach einer Filmnovelle von Erich Maria Remarque), und Es geschah am 20. Juli (1955) konnte sich Pabst rehabilitieren. Er starb am 29. Mai 1967 in Wien.
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