Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Chris Patten

Windows Live® Suchergebnisse

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse

Chris Patten

Enzyklopädieartikel
Multimedia
Chris Patten als Gouverneur von HongkongChris Patten als Gouverneur von Hongkong

Chris Patten (*1944), britischer Politiker, letzter britischer Gouverneur von Hongkong (1992-1997), Mitglied des britischen Privy Council (seit 1989) und der Europäischen Kommission (1999-2004).

Christopher (Chris) Patten wurde am 12. Mai 1944 in Blackpool (Lancashire) geboren. Nach der Schule und dem Studium am Balliol College in Oxford war er ab 1966 für die Konservative Partei tätig, und zwar im Conservative Research Department (CRD), das für die Entwicklung der Parteipolitik und deren Verbreitung in der Öffentlichkeit zuständig ist. Von 1974 bis 1979 leitete Patten das CRD. 1979 wurde er für die Konservativen ins britische Unterhaus gewählt, 1983 wurde er in der Regierung Thatcher Parlamentarischer Staatssekretär im Nordirland-Ministerium, 1985 Staatsminister für Bildung und Wissenschaft, 1986 Minister für Entwicklung und 1989 schließlich Umweltminister. 1990 schied er aus dem Kabinett aus, und 1992 verlor er seinen Sitz im Unterhaus. Im selben Jahr wurde Patten zum Gouverneur von Hongkong ernannt. In dieser Funktion bemühte er sich darum, in Hongkong einer echten Demokratie den Boden zu bereiten und dabei zugleich auf die chinesische Regierung Rücksicht zu nehmen, wobei er sich innerhalb der engen Grenzen des Hong Kong Basic Law, des von China für die Zeit nach der Rückgabe Hongkongs an China am 1. Juli 1997 beschlossenen Grundgesetzes, zu bewegen hatte. Die chinesische Regierung sah in Pattens demokratischen Reformen einen Angriff auf ihre Autorität und eine Verletzung vorangegangener chinesisch-britischer Vereinbarungen. 1994 setzte Patten seine Reformen in die Tat um, ungeachtet der chinesischen Entschlossenheit, sie nach der Übernahme Hongkongs am 1. Juli 1997 wieder aufzuheben. Mit der Übergabe Hongkongs an China endete Pattens Amtszeit als Gouverneur.

Im April 1998, nach dem Abschluss des Friedensabkommens über Nordirland, ernannte der britische Premierminister Tony Blair Patten zum Vorsitzenden der Polizeireform-Kommission in Nordirland. Sowohl die Katholiken als auch die Protestanten in Nordirland begrüßten Blairs Entscheidung: Patten hatte sich bereits als Staatssekretär im Nordirland-Ministerium durch Unparteilichkeit ausgezeichnet.

Im Juni 1999 nominierte Tony Blair Patten für einen der beiden britischen Posten in der Europäischen Kommission; im September bestätigte ihn das Europäische Parlament als Mitglied der EU-Kommission unter Romano Prodi. Patten übernahm den Bereich Außenbeziehungen und war im Wesentlichen zuständig für die Koordinierung des Außenauftritts der Kommission sowie – zusammen mit dem Hohen Repräsentanten der EU für die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik – für die Pflege und Entwicklung der auswärtigen Beziehungen der EU. Gegen Ende der Amtszeit der Kommission wurde Patten als Nachfolger von Romano Prodi im Amt des Präsidenten der Kommission gehandelt, fand jedoch nicht die notwendige Unterstützung; vor allem Frankreich und Deutschland sprachen sich gegen ihn aus. Der neuen Kommission unter José Manuel Durão Barroso, die im November 2004 die Arbeit aufnahm, gehörte Patten nicht mehr an. Er konzentrierte sich nun mehr auf seine Ämter als Kanzler der Universität von Newcastle (seit 1999) und Oxford (seit 2003).

In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft