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Bodenverschlechterung

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Turkanasee (Rudolfsee)Turkanasee (Rudolfsee)

Bodenverschlechterung, auch Bodendegradierung, Abnahme der Qualität (Struktur, Zusammensetzung und Fruchtbarkeit) des Bodens.

Eine Bodenverschlechterung kann durch verschiedene Prozesse bedingt sein: Verdichtung, Versalzung, Belastung mit Giften, Versauerung, Entwässerung, Lateritisierung (Lateritbildung), großflächige Abholzung (siehe Entwaldung) oder ungünstige Formen der Bodenbearbeitung wirken sich negativ auf die Qualität des Bodens aus. Auch die Bodenerosion spielt oft eine entscheidende Rolle. Die genannten Vorgänge sind meist miteinander gekoppelt. Die Ursachen der Degradierung können auf natürlichen Vorgängen, menschlichen Eingriffen oder fehlenden kulturtechnischen Maßnahmen (Bodenkultivierung) beruhen. Schätzungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zufolge gehen durch diese Prozesse jährlich weltweit fünf bis sieben Millionen Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche verloren.

Die Bodenversalzung stellt in Trockengebieten die größte Gefahr dar; dort ist die Verdunstung höher als der Niederschlag, das im Boden befindliche Wasser steigt an die Bodenoberfläche, verdunstet dort und hinterlässt die Salze, die es mit sich führt. Diese sammeln sich an und konzentrieren sich in den obersten Bodenschichten. Darunter leiden nicht nur die Pflanzen (insbesondere die Wurzeln), es kommt auch zur Zerstörung der Bodenstruktur. Durch eine überhöhte Düngung mit Mineraldünger kann es zum selben Effekt kommen. Hohe Salzkonzentrationen im Boden werden durch Salzpflanzen (Halophyten) angezeigt.

Häufige Ursache für eine Verseuchung der Böden ist der Eintrag von Klärschlämmen, die stark mit Schwermetallen belastet sein können. Eine weitere Gefahr geht von Pestiziden und anderen chemischen Abfällen aus. Standorte ehemaliger Industrie- und Gewerbebetriebe und von Mülldeponien werden in einem aufwendigen Verfahren (Altlastensanierung) entgiftet.

Von Natur aus saure Böden können durch die Einwirkung von sauren Niederschlägen (saurer Regen) oder durch die (trockene) Deposition feiner Aerosole oder entsprechend sauer wirkender Partikel noch stärker sauer werden. Die Abnahme des pH-Wertes führt zu vielfältigen ökologischen Veränderungen im Boden und in der Vegetationsbedeckung.

Die Entfernung des Oberbodens und der schützenden Pflanzendecke kann, insbesondere bei tropischen und subtropischen Böden, zur Bildung von Lateritkrusten führen. Diese harten, oft oberflächennahen Horizonte verringern die Infiltration (Einsickerung) des Niederschlagswassers in den Boden und begünstigen wiederum den oberflächlichen Abfluss und damit die Erosion durch Wasser. Außerdem kann der steinharte Boden mit herkömmlichen Geräten nicht mehr bearbeitet werden.

Bei all diesen Prozessen spielt die Art der Bewirtschaftung des Bodens eine große Rolle. Beispiele sind etwa die Bodenverdichtung durch den Einsatz schwerer Maschinen in der Land- und Forstwirtschaft oder die Begünstigung der Erosion durch Pflügen in Richtung der Hangneigung.

Durch Maßnahmen der Bodenbewirtschaftung und Melioration sind viele Schäden im Hinblick auf die Bodenqualität vermeidbar oder gar reversibel.

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