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    Sonderform des Romans, die als Abfolge bzw. Wechsel von fingierten Briefen eines bzw. einer oder mehrerer Korrespondent(inn)en komponiert ist.

  • Briefroman - Wikipedia

    Ein Briefroman ist eine Sammlung fingierter Briefe, die in ihrer Präsentation - unter Umständen zusammengehalten von einer Herausgeberstimme - sich zur Romanhandlung verdichten.

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Briefroman

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Samuel RichardsonSamuel Richardson

Briefroman, aus fiktiven Briefen komponierter Roman. Die Briefe werden einem oder mehreren Protagonisten zugeschrieben und oft von einem (ebenfalls fiktiven) Herausgeber eingeleitet. Seine Blütezeit erlebte der Briefroman im 18. Jahrhundert. Für die Form entscheidend wurde Pamela oder Die belohnte Tugend. Vertrauliche Briefe eines schönen jungen Frauenzimmers an seine Eltern (1740) des englischen Autors Samuel Richardson. Der Roman erzählt die Geschichte eines Dienstmädchens, das erfolgreich den Verführungsversuchen seines Dienstherrn widersteht. Richardsons moralischem Roman folgten bis Mitte des 19. Jahrhunderts über 800 Briefromane.Von ihm ließ sich etwa Christian Fürchtegott Gellert zu Leben der Schwedischen Gräfin von G*** (1760-1762) inspirieren, der vor Goethes Werther der populärste deutschsprachige Briefroman war. Schon kurz nach seinem Erscheinen wurde er in alle Weltsprachen der Zeit übertragen.

Aufgrund des sich ständig ändernden Blickwinkels eröffnete die neue Form des Briefromans interessante neue Kompositionsmöglichkeiten. Der Leser wird in die Gedanken- und Gefühlswelt der Romanfiguren ohne Einmischung des Autors eingeführt. So verleiht der Briefroman den Ereignissen eine Unmittelbarkeit, die die Stellungnahme des Lesers provoziert.

Auch Jean-Jacques Rousseau nutzte die Briefform als adäquates Mittel, den autobiographischen Liebesroman La Nouvelle Héloise (1761) zu verfassen. Mit Goethes Die Leiden des jungen Werthers (1744) bekam das Genre eine neue Prägung. Hier ist die tödliche Verzweiflung des Haupthelden über die unerwiderte Liebe zu Lotte derart eindringlich mit der Erzählhaltung verwoben, dass Goethe sich genötigt sah, dem Buch eine Warnung an den Leser voranzustellen, dem Selbstmord-Beispiel seines Helden nicht zu folgen. Vor allem in der Romantik zog Goethes Werther eine Reihe von Briefromanen nach sich, so etwa Friedrich Heinrich Jacobis Aus Allwills Papieren (1775/76) und Ludwig Tiecks Geschichte des Herrn William Lovell (1795/96). 1782 wählte der französische Schriftsteller Choderlos de Laclos die Briefform und schuf damit einen der populärsten, psychologisch ausgefeilten Briefromane: Gefährliche Liebschaften. Im 19. Jahrhundert verlor die Gattung offenbar ihren Reiz, um in der Moderne wieder aufzutauchen.

Weitere bedeutende Briefromane sind Sophie von La Roches Das Fräulein von Sternheim (1771), Friedrich Hölderlins Hyperion (1797) und Christoph Martin Wielands Aristipp (1800/01) sowie – im 20. Jahrhundert – André Gides L’école des femmes (1929, Die Schule der Frauen), Ricarda Huchs Der letzte Sommer (1910) und Herr Meister (1963) von Walter Jens.

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