![]() Auswahl der Encarta-Redaktion
Gute Bücher zum Thema "Europäische Wirtschafts- und Währungsunion", ausgewählt von den Encarta-Redakteuren. Verwandte Elemente
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Europäische Wirtschafts- und Währungsunion |
Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse Europäische Wirtschafts- und WährungsunionEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Chronologie; Die drei Stufen der EWWU; Konvergenzkriterien und EWWU-Mitgliedschaft; Politische Diskussion; Wirtschaftspolitischer Ausblick
Europäische Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU), im Vertrag von Maastricht vereinbarte Wirtschafts- und Währungsunion der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, mit der ein einheitlicher europäischer Wirtschaftsraum mit einer gemeinsamen Währung geschaffen wurde. Politische Bestrebungen zur Schaffung einer derartigen Union wurden seit Ende der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts unternommen.
Die stufenweise Errichtung einer Wirtschafts- und Währungsunion in Europa erwähnte erstmals der so genannte Werner-Bericht von 1970 (erste Fassung Mai 1970, endgültige Fassung Oktober 1970). Dieser Bericht ist nach dem damaligen luxemburgischen Ministerpräsidenten Pierre Werner benannt; er leitete eine Sachverständigenkommission, die den Auftrag hatte, einen Plan zur Vereinheitlichung von Wirtschaft und Währung auf dem Gebiet der EG zu erarbeiten. Basierend auf dem Werner-Konzept verabschiedete der Ministerrat der EG (siehe Rat der Europäischen Union) 1971 einen Stufenplan für eine derartige Union, die bis Ende der siebziger Jahre erreicht werden sollte. Die Eckpfeiler dieses Vorhabens waren u. a.: völlige Freizügigkeit des Geld- und Kapitalverkehrs innerhalb der EG, zentral gesteuerte Kredit- und Währungspolitik sowie unveränderliche Wechselkurse ohne Schwankungsbreite. Zu diesem Zweck beschloss der Ministerrat im März 1972 die Gründung des Europäischen Wechselkursverbundes. Jedoch kam eine Union innerhalb des gesetzten Zeitrahmens nicht zustande, da einige EG-Mitgliedsstaaten nicht bereit waren, ihre nationalen Souveränitätsrechte in Bezug auf die Bereiche Geld und Währung auf eine europäische Zentrale (z. B. eine Zentralbank) zu übertragen. Im Dezember 1978 beschloss der Rat die Gründung des Europäischen Währungssystems (EWS) mit dem Ziel, ein System fester Wechselkurse zwischen den Währungen der EG-Mitgliedsstaaten zu schaffen. Zu diesem Zweck wurde die ECU (European Currency Unit) als europäische Währungseinheit eingeführt. Sie diente u. a. als Recheneinheit zwischen den Zentralbanken. Wichtigstes Element des EWS war der so genannte Wechselkursmechanismus (WKM). 1989 legte Jacques Delors, damals Präsident der EU-Kommission, einen detaillierten Plan für eine Wirtschafts- und Währungsunion in drei Stufen vor, den so genannten Delors-Bericht. Die Kernziele dieses Planes gingen dann in den Vertrag von Maastricht ein, den die Regierungschefs der zwölf EG-Mitgliedsländer am 7. Februar 1992 unterzeichneten; am 1. November 1993 trat der Vertrag in Kraft.
Die erste Stufe der EWWU begann am 1. Juni 1990 und dauerte bis Ende 1993. Wichtigste Ziele dieser Stufe waren:
Die zweite Stufe der EWWU begann am 1. Januar 1994 und dauerte bis Ende 1998. Wichtige Ziele dieser Stufe waren:
Am 1. Januar 2002 wurden die Eurobanknoten und -münzen eingeführt. In einer (freiwilligen) Übergangsphase von zwei bzw. drei Monaten wurden die nationalen Banknoten und Münzen vom Einzelhandel angenommen und von Banken kostenlos in Euro umgetauscht. Später ließen sich die nationalen Währungen nur noch bei den nationalen Zentralbanken in Euro tauschen. Seit dem 1. Juli 2002 ist in den Mitgliedsländern der EWWU nur noch der Euro als gesetzliches Zahlungsmittel zugelassen. Die EU-Finanzminister setzten den Kurs des Euro am 31. Dezember 1998 fest. Danach entsprach 1 Euro 1,95583 DM bzw. 13,7603 Österreichischen Schilling.
Die Mitgliedschaft an der EWWU erfolgt nicht automatisch, die einzelnen Teilnehmer müssen sich qualifizieren. Der EU-Vertrag benennt hierfür so genannte Konvergenzkriterien:
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |