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Ausbeutung

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1

Einleitung

Ausbeutung, grundsätzlich Ausschöpfung oder Ausnutzung jeglicher Art, sie wird im Laufe der historischen Entwicklung aber primär auf die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen bezogen. Genauer bestimmt wird der Begriff in den antikapitalistischen Theorien als Profiterzielung durch die Aneignung fremder Arbeit.

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Ursprüngliche Bedeutungen des Begriffs

Das Wort entsteht als Ausdruck des Kriegswesens im 15. Jahrhundert mit der Bedeutung Beutemachen und Verteilen der Kriegsbeute und bezieht sich dann erweitert als Gewinnerzielung oder Ausnutzung vor allem auf die Ausbeutung von Naturschätzen jeglicher Art. Die französischen und englischen Frühsozialisten beziehen den Begriff „exploitation” im 19. Jahrhundert auf die Ausnutzung der besitzlosen, arbeitenden Klasse durch eine Minderheit von Eigentümern an Arbeitsmitteln. In dieser Bedeutung wird Ausbeutung von Karl Marx und Friedrich Engels in ihre Kritik der kapitalistischen Gesellschaft übernommen.

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Bedeutung in der Marx’schen Theorie

Gemäß der Marx’schen Theorie lässt sich ein Großteil der bisherigen Menschheitsgeschichte als Geschichte der Ausbeutung der besitzlosen durch die besitzenden Klassen lesen, so etwa in der Sklavenhaltergesellschaft durch den unmittelbaren Besitz des Menschen selbst oder in der Feudalgesellschaft durch das Eigentum an Grund und Boden. Im kapitalistischen Fabriksystem ist die Ausbeutung weniger offensichtlich, da der Arbeiter für seine Arbeit entlohnt wird. Das Mehrprodukt wird nicht mehr unmittelbar sachlich oder in Form einer direkten finanziellen Abgabe angeeignet, sondern fließt den Kapitaleigentümern vermittelt über die Form des Mehrwerts zu. Damit ist der Betrag gemeint, den die lebendige Arbeit dem Warenwert im Laufe des Produktionsprozesses hinzufügt, wobei Marx davon ausgeht, dass nur diese lebendige Arbeit zur Wertschöpfung in der Lage ist, während der Wert der Produktionsmittel (selbst zum Teil Produkt lebendiger Arbeit) bloß übertragen wird (siehe Arbeitswertlehre). Der Arbeiter erhält an Stelle des von ihm geschaffenen Mehrwerts, der bei der Produktion einer Ware entsteht, nur den Anteil, der seine Arbeitsfähigkeit sicherstellt. Die Logik der profitorientierten Produktion tendiert nach Marx dahin, die Kosten für die Reproduktion der Arbeitskraft zu minimieren, um den Mehrwert zu erhöhen, woraus sich notwendig eine ständige Verschärfung der Ausbeutung ergibt. Marx selbst hat den Begriff der Ausbeutung freilich nicht auf diesen innerökonomischen Zusammenhang reduziert, sondern durchaus allgemein angelegt: Menschliche Arbeitskraft und Natur werden zu Ressourcen der industriellen Produktion degradiert und prinzipiell ohne Rücksicht auf ihre Erschöpflichkeit ausgebeutet. Diese grundsätzliche Sichtweise der kapitalistischen Gesellschaft als Ausbeutungsverhältnis wird von den modernen Wirtschafts- und Sozialtheorien überwiegend abgelehnt.

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Erscheinungsformen

Heute bezeichnet man besonders rücksichtslose Formen der Ausnutzung des Menschen durch den Menschen als Ausbeutung. Das Spektrum dieser Formen ist breit und hat in vielen Einzelbereichen Kritik hervorgerufen oder soziale Bewegungen entstehen lassen. Kritisiert werden z. B. die Ausbeutung von Frauen durch Männer, von Mietern durch Vermieter, von Kleinunternehmen durch internationale Konzerne, von Entwicklungsländern durch Industriestaaten (siehe Dependenztheorien) und in den letzten Jahrzehnten vor allem der natürlichen Ressourcen durch menschliche Profitgier.

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