Auswahl der Encarta-Redaktion
Gute Bücher zum Thema "Fischzucht", ausgewählt von den Encarta-Redakteuren.
Verwandte Elemente
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Fischzucht

Windows Live® Suchergebnisse

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse

Fischzucht

Enzyklopädieartikel
Multimedia
SpiegelkarpfenSpiegelkarpfen

Fischzucht, Intensivhaltung von Süß- und Salzwasserfischen in Teichen, Becken oder Unterwasserkäfigen – im Unterschied zur Aquakultur, die auch die Zucht von Muscheln und Seetang umfasst.

Die Anfänge der Fischzucht gehen bis zur Zucht des Eigentlichen Karpfens vor mehr als 2 000 Jahren in China zurück. Ab dem Mittelalter wurde Karpfenzucht auch in Europa betrieben, zunächst von Mönchen. In der modernen Karpfenzucht setzt man zunächst drei- bis achtjährige Laichkarpfen im Frühjahr in ein Laichgewässer. Die Weibchen legen die Eier an Wasserpflanzen ab; die geschlüpften Jungfische (Brütlinge) werden nach etwa einer Woche in andere Teiche gebracht, wo sie gefüttert werden und bis zum Herbst zu so genannten Karpfensömmerlingen von 5 bis 15 Zentimeter Größe heranwachsen. Nachdem diese in tieferen Teichen überwintert haben, werden sie im Frühjahr als Satzkarpfen in anderen Teichen gemästet. Im dritten Sommer werden sie mit einem Gewicht von ein bis zwei Kilogramm als Speisekarpfen verkauft.

Zu den anderen in europäischen Fischzuchtanlagen gehaltenen Fischen gehören Regenbogenforellen, Aale, Hechte, Schleien und Zander. In den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts begann man außerdem zunächst in Norwegen, dann in Schottland und später auch in anderen Ländern mit der Zucht von Atlantischen Lachsen in marinen Unterwasserkäfigen. Mit weitgehender Ausnahme Afrikas findet man heute praktisch überall dort Fischzucht, wo es größere Seen oder Küsten gibt. In einigen afrikanischen Staaten wird lediglich die Zucht von Afrika-Buntbarschen in größerem Umfang betrieben, die dort eine wertvolle Quelle für Proteine sind.

Heute betreiben einige weltweit operierende Firmen Fischzucht als Großindustrie. Mit dem Wachstum dieses Industriezweiges ergaben sich gravierende ökologische Probleme: Dazu gehören die Belastung natürlicher Gewässer durch Fischkot, Fischfutter und chemische Substanzen zur Bekämpfung von Fischkrankheiten, aber z. B. auch die Freigabe des Abschusses von Fischfressern wie Kormoranen. So sinken in Norwegen jährlich 100 000 Tonnen Fäkalien von Zuchtlachsen auf den Meeresgrund, die das Wasser mit Stickstoff und Phosphat überdüngen und Krankheitskeime enthalten. Zudem trägt die Fischzucht zur Überfischung der Meere bei, da zur Erzeugung von einem Kilogramm Zuchtfisch zwei Kilogramm frei lebender Fische gefangen werden.

Weltweit wurden 2002 in der Fischzucht 25,73 Millionen Tonnen Fisch produziert. Zu den am häufigsten gehaltenen Fischen gehören verschiedene Arten aus der Familie der Weißfische: Graskarpfen (2002 wurden 3,57 Millionen Tonnen produziert), Eigentlicher Karpfen (3,20 Millionen Tonnen), Marmorkarpfen (Hypophthalmichthys nobilis; 1,72 Millionen Tonnen) und Karausche (1,70 Millionen Tonnen). Die Produktion des Atlantischen Lachses betrug 1,09 Millionen Tonnen, die der Regenbogenforelle 508 662 Tonnen und die des Europäischen Aales 8 209 Tonnen.

In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft