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Francesco Rosi (*1922), italienischer Filmregisseur, der sich vor allem mit sozialkritischen Filmen und Literaturverfilmungen einen Namen machte. Rosi wurde am 15. November 1922 in Neapel geboren und studierte zunächst Jura. Ab 1942 war er als Journalist beim Rundfunk tätig, seit 1946 als Assistent und Drehbuchautor für verschiedene Regisseure, u. a. wirkte er am Drehbuch für Luchino Viscontis Bellissima (1951) mit. Seine erste eigenständige Regiearbeit war La Sfida (1958; Die Herausforderung), ein sozialkritischer Kriminalfilm, für den er 1958 bei den Filmfestspielen von Venedig den Spezialpreis der Jury erhielt. Wie viele andere Regisseure seiner Generation war Rosi vom Neorealismus beeinflusst und nutzte das Medium Film als Sprachrohr für kritische Bestandsaufnahmen der politischen und sozialen Realität Italiens. Zumeist bezog er den Stoff aus wahren Begebenheiten, wie in Salvatore Giuliano (1962; Wer erschoss Salvatore G.? / Der Fall Salvatore Giuliano), der Geschichte eines 1950 ermordeten sizilianischen Banditen, Le mani sulla città (1963; Hände über der Stadt), einer Untersuchung der Hintergründe eines Bauskandals, und Il caso Mattei (1971; Der Fall Mattei) über den geheimnisvollen Tod eines Industriemagnaten. Für diesen Film wurde Rosi 1972 bei den Filmfestspielen von Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. Lucky Luciano (1973) beschreibt die Machenschaften eines italoamerikanischen Mafia-Chefs und gibt ein erhellendes Bild über die Mechanismen des organisierten Verbrechens in Italien. Von seinen poetischen, feinfühlig inszenierten Literaturverfilmungen hatte Cristo si è fermato a Eboli (1979; Christus kam nur bis Eboli, nach Carlo Levi) den größten Erfolg, aber auch Cadaveri eccellenti (1975; Die Macht und ihr Preis) nach Leonard Sciascias Mafia-Roman Il Contesto (1971), Carmen (1984; nach der Novelle von Prosper Mérimée und der Oper von Georges Bizet) und Cronica di una morte annunciata (1987; Chronik eines angekündigten Todes, mit Ornella Muti), nach Gabriel García Márquez, erzielten internationale Resonanz. Es folgten der Polit-Thriller Dimenticare Palermo (1989; Palermo vergessen) und der TV-Dokumentarfilm Neapolitanisches Tagebuch (1992). La tregua (1997; Der Waffenstillstand) schildert die lange Heimreise des italienischen Schriftstellers Primo Levi aus dem Konzentrationslager Auschwitz nach Italien nach der Befreiung durch die Alliierten im Jahr 1945 und basiert auf den Erinnerungen des Autors, die er 1958 unter dem Titel La tregua (Die Atempause) publizierte.
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