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Windows Live® Suchergebnisse Volker SchlöndorffEnzyklopädieartikel
Volker Schlöndorff (*1939), deutscher Filmregisseur. Mit routiniert inszenierten Literaturverfilmungen wie Der junge Törless (1966), Die verlorene Ehre der Katharina Blum (1975) und der Oscar-prämierten Günter-Grass-Adaption Die Blechtrommel (1979) gehört er zu den wichtigsten Vertretern des Neuen deutschen Films. Schlöndorff wurde am 31. März 1939 als Sohn eines Arztes in Wiesbaden geboren. 1956 übersiedelte er mit seiner Familie nach Paris, wo er zunächst Volkswirtschaft und Politik studierte und die Filmhochschule besuchte. Danach war er als Assistent u. a. bei Louis Malle und Alain Resnais tätig. 1962 gehörte Schlöndorff neben Alexander Kluge und anderen zu den Unterzeichnern des Oberhausener Manifests. Vier Jahre später stellte er mit großer Resonanz seinen ersten Spielfilm, Der junge Törless (1966, nach dem Roman von Robert Musil), vor. Die Literaturverfilmung blieb fortan Schlöndorffs Domäne. Herausragende Werke waren Die verlorene Ehre der Katharina Blum (1975, nach einer Erzählung von Heinrich Böll), in Koregie mit Margarethe von Trotta, mit der er von 1971 bis 1991 verheiratet war, sowie Die Blechtrommel (1979) nach dem Roman von Günter Grass. Die Blechtrommel war Schlöndorffs bislang größter Publikumserfolg und wurde mit einem Oscar für den besten ausländischen Film ausgezeichnet. Die Reihe seiner feinfühlig inszenierten Literaturverfilmungen setzte der Regisseur fort mit Krieg und Frieden (1982, nach dem Roman von Lew Tolstoi), Eine Liebe von Swann (1983, nach Marcel Prousts Auf der Suche nach der verlorenen Zeit), Tod eines Handlungsreisenden (1985, nach dem Drama Arthur Millers), Die Geschichte der Dienerin (1990, nach einem Roman von Margaret Atwood) und Homo Faber (1991, nach dem Roman von Max Frisch). Der Film Der Unhold (1996, mit John Malkovich in der Hauptrolle), der die Verführungskraft des Nationalsozialismus erklärbar zu machen versucht, wurde bei Publikum und Kritik ebenso reserviert aufgenommen wie der Kriminalfilm Palmetto (1998) und Die Stille nach dem Schuss (1999), die Geschichte einer in der DDR untergetauchten RAF-Aussteigerin. Der neunte Tag (2004) ist ein Werk über Loyalität und Verrat, Glaube und Politik und schildert den Gewissenskonflikt eines katholischen Priesters, der von der Gestapo gezwungen werden soll, auf die Seite der Nationalsozialisten überzulaufen. Mit Mario Adorf in der prägnanten Rolle des misanthropischen Schriftstellers Znorko verwirklichte er den Fernsehfilm Enigma – Eine uneingestandene Liebe (2005) nach dem Erfolgsstück des französischen Schriftstellers Eric-Emmanuel Schmitt, das Schlöndorff 2004 am Renaissance-Theater in Berlin inszeniert hatte. Mit seinem Solidarność-Film Strajk – Die Heldin von Danzig (2006) schuf Schlöndorff eine Hommage an die Kranführerin Anna Walentynowicz (verkörpert von Katharina Thalbach), die im August 1980 im Mittelpunkt des Streiks auf der Danziger Leninwerft stand. Inszeniert als Heldenballade ohne Brüche und Widersprüche, entstand ein Werk über die Anfänge der polnischen Gewerkschaftsbewegung, das sich wenig für die historischen Details einer im Wandel befindlichen sozialistischen Gesellschaft interessiert. Ferner entstanden nach eigenen Drehbüchern mit Margarethe von Trotta als Koautorin und Koregisseurin der autobiographisch akzentuierte Film Strohfeuer (1972) und Die Fälschung (1981, nach Nicolas Born). Schlöndorff schuf außerdem eine Reihe von Dokumentarfilmen über das zeitgenössische Deutschland und war beteiligt an den Gemeinschaftsproduktionen Deutschland im Herbst (1977/78), einer Bestandsaufnahme des politischen Klimas der Bundesrepublik unter dem Eindruck des Terrorismus der Baader-Meinhof-Gruppe, und Der Kandidat (1980), einem kritischen Porträt des CSU-Politikers Franz Josef Strauß. Mit Leoš Janáčeks Aus einem Totenhaus (nach einem Roman von Dostojewskij) brachte er 2005 in Berlin seine erste Operninszenierung auf die Bühne. Von 1992 bis 2000 leitete Schlöndorff als Geschäftsführer der Babelsberg GmbH die ehemaligen DEFA-Studios.
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