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Windows Live® Suchergebnisse StabkirchenEnzyklopädieartikel
Stabkirchen, auch Mastenkirchen, besonderer Bautyp ein- oder dreischiffiger Holzkirchen mit mehrstufigem Dachaufbau, der erstmals im 9. Jahrhundert (in der Wikingersiedlung Haithabu) auftrat. Im 12. bis 13. Jahrhundert erreichte diese Architektur in Norwegen ihren Höhepunkt. Die Konstruktion stellte eine selbständige bautechnische Entwicklung dar und hatte nichts mit den kontinentaleuropäischen Traditionen dieser Zeit zu tun. Sie basierte auf einem einfachen rechteckigen Rahmen aus massiven Holzbalken, auf den die Pfosten (Stäbe) senkrecht gestellt wurden, die dann das Dach tragen sollten. Der Rahmen bildete die Grundform der Kirche. Die Aussteifung der Konstruktion erfolgte mit Dachsparren und Strebebalken, die im spitzen Winkel nach unten an den senkrechten Pfosten angebracht wurden. Sie wurde von einer Außenwand gehalten, die in den Boden eingelassen wurde (und die gleichzeitig Fundament für den Dachfuß war). So entstand zwischen Rahmen und Außenwand ein überdachter Umgang (Deambulatorium), der zum Ablegen der Waffen der Gemeindemitglieder diente. Das Dach dieser steilen, mehrstöckig gestuften Konstruktion wurde aus Dachsparren gefügt, die im spitzen Winkel zueinander standen und durch ein Andreaskreuz ausgesteift wurden. Die Außenwände der Stabkirchen wurden dann meistens mit Holzschindeln bedeckt. Das Dach wurde Lage für Lage errichtet, so dass diese Kirchen mit ihren übereinander geschichteten Dachteilen, die spitz oder sogar in einem Türmchen ausliefen, heute an asiatische Pagoden erinnern. Tatsächlich sind die Verzierungen der Stabkirchen (Drachen- und Rankenornamente) bis in die Gotik nicht von christlichen Bautraditionen bestimmt. Vielmehr wird das kulturelle Erbe der Wikinger am Bau der Stabkirchen offensichtlich. Das beweist sich auch dadurch, dass Holzträger und Bogenstreben mit Bauteilen identisch sind, die man in Wikingerschiffen gefunden hat. Vielleicht waren auch die einfachen hölzernen Mastkirchen Irlands Vorbild für Bauweisen, die ebenso den Wikingern bekannt waren. Zudem verlief ein Kielbaum in der Mitte des Daches. Die größte heute noch erhaltene Stabkirche wurde 1250 in Heddal gebaut. Zu den ältesten Stabkirchen gehören die Bauten von Borgund und Gol, die heute im Freilichtmuseum von Bygdøy aufgestellt sind. Insgesamt gab es etwa 600 solcher Kirchen. Die Bauweise verlor sich allerdings, als die Gemeinden wuchsen und ihre Baumeister sich der konventionellen romanischen Bauweise zuwandten. Heute existieren in Norwegen noch mehr als 30 Beispiele dieser einzigartigen Bauwerke.
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