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Franz Josef Strauß

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Franz Josef StraußFranz Josef Strauß

Franz Josef Strauß (1915-1988), Politiker, Ministerpräsident von Bayern (1978-1988) und Vorsitzender der CSU (1961-1988). Strauß wurde am 6. September 1915 in München geboren. In den dreißiger Jahren studierte er in München Geschichte und klassische Philologie, nahm ab 1939 als Soldat der Wehrmacht am 2. Weltkrieg teil und geriet in amerikanische Gefangenschaft.

Nach Kriegsende war Strauß 1945 maßgeblich an der Gründung der CSU beteiligt, deren landes- und bundespolitisches Profil er entscheidend prägte und die er im Laufe der Jahre zur mitgliederstärksten Volkspartei in Bayern formte. Von 1949 bis 1952 war er Generalsekretär, von 1952 bis 1961 stellvertretender Vorsitzender und von 1961 bis zu seinem Tod 1988 Vorsitzender der CSU. 1946 wurde Strauß Landrat in Bayern, und 1948/49 gehörte er dem Wirtschaftsrat der Bizone in Frankfurt am Main an.

Strauß’ bundespolitische Laufbahn begann 1949 mit seiner Wahl in den Deutschen Bundestag, dem er bis 1978 angehörte. Im Kabinett Adenauer war Strauß von 1953 bis 1955 Bundesminister für Sonderaufgaben, 1955/56 Bundesminister für Atomfragen und von 1956 bis 1962 Verteidigungsminister. Als Verteidigungsminister war Strauß nach dem Beitritt der Bundesrepublik zur NATO 1955 und der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht 1956 für den Aufbau der Bundeswehr verantwortlich. 1962 musste er wegen der so genannten Spiegelaffäre zurücktreten; Strauß hatte seine Verwicklung in die Maßnahmen gegen den Spiegel und dessen Herausgeber Augstein vor dem Bundestag abgestritten. Von 1963 bis 1966 war Strauß Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag und von 1966 bis 1969 in der großen Koalition aus CDU/CSU und SPD Bundesfinanzminister.

Nach der Bildung der sozialliberalen Koalition 1969 in der Opposition, entwickelte sich Strauß zum schärfsten Kritiker der Ostpolitik der Regierung Brandt und sprach sich im Parlament entschieden gegen die Annahme der Ostverträge – Warschauer Vertrag, Moskauer Vertrag, Grundlagenvertrag – aus. Die innenpolitische Auseinandersetzung verschärfte und polarisierte er in den siebziger Jahren unter dem Schlagwort „Freiheit oder Sozialismus”. Auf der anderen Seite pflegte er Kontakte zu kommunistischen Ländern: 1975 z. B. besuchte er China, und 1983 vermittelte er einen Milliardenkredit an die DDR.

1978 schied Strauß aus dem Bundestag aus und übernahm als Nachfolger von Alfons Goppel das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten. Bei der Bundestagswahl 1980, die die sozialliberale Koalition bestätigte, unterlag Strauß als Kanzlerkandidat der CDU/CSU-Opposition dem Amtsinhaber Helmut Schmidt. Strauß starb am 3. Oktober 1988 in Regensburg.

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