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Errol Flynn (1909-1959), australischer Schauspieler. Flynn wurde am 10. Juni 1909 als Sohn eines Meeresbiologen geboren – nach seinen eigenen Angaben in Hobart (Tasmanien), seine Biographen behaupten jedoch Antrim (Nordirland) als Geburtsort. Er besuchte mehrere höhere Schulen in England und Australien, von denen er die meisten vorzeitig verlassen musste. Ab seinem 16. Lebensjahr führte er ein abenteuerliches Leben, u. a. als Schiffskoch, Perlenfischer, Goldsucher, Journalist und Vorarbeiter einer Tabakplantage. Sein Leinwanddebüt hatte er in der Rolle des Fletcher Christian in dem semidokumentarischen Spielfilm In the Wake of the Bounty (1933), einer australischen Produktion. In England sammelte er bei Warner Brothers weitere Erfahrungen als Schauspieler in dem Kriminalfilm Murder at Monte Carlo (1934). 1935 kam Errol Flynn nach Hollywood, wo er schon bald als Hauptdarsteller in Abenteuerfilmen reüssierte. Sein Charme, sein gutes Aussehen und seine athletische Erscheinung prädestinierten ihn für die Rolle des draufgängerischen, romantischen Helden, die er fortan verkörperte, in Captain Blood (1935, Unter Piratenflagge), The Charge of the Light Brigade (1936, Der Verrat des Surra Khan), The Adventures of Robin Hood (1938, Robin Hood, der König der Vagabunden), The Private Life of Elizabeth and Essex (1939, Günstling einer Königin) und The Sea Hawk (1940, Der Herr der sieben Meere). Seine Partnerin war häufig Olivia de Havilland. Zu seinen bekanntesten Western gehören Dodge City (1939, Der Herr des wilden Westens) und They Died with their Boots on (1942, Sein letztes Kommando), in dem er General Custer verkörperte. In Gentleman Jim (1942, Der freche Kavalier) spielte er den Boxer James J. Corbett. Mit seinem extravaganten, exzessiven Privatleben geriet der Frauenheld oft in die Schlagzeilen der Boulevardpresse. Seinem Star-Image war das allerdings wenig abträglich, sogar eine Anklage wegen Verführung Minderjähriger, die mit Freispruch endete, wirkte sich nicht negativ aus. Als mit Ausbruch des 2. Weltkrieges die für Flynn typischen phantastischen Abenteuerfilme für eine Weile von der Leinwand verschwanden, erreichte er in verschiedenen Western, Kriegsdramen und Kriminalfilmen nur mäßige Resonanz beim Publikum. Mit Die Abenteuer des Don Juan (1948) konnte er zwar wieder an die schauspielerischen Leistungen und die Erfolge der Frühzeit anknüpfen, hatte jedoch zusehends mit seinem Alkoholismus zu kämpfen. Nach der Trennung von Warner Brothers im Jahr 1950 kam er 1952 nach Europa, wo er in seiner Paraderolle als verwegener Held in Mantel-und-Degen-Filmen versuchte, an frühere Erfolge anzuknüpfen. Das unvollendet gebliebene Projekt William Tell, bei dem er auch als Produzent beteiligt war, bedeutete seinen finanziellen Ruin. 1956 kehrte er nach Hollywood zurück und stand in Henry Kings The Sun also Rises (1957, Zwischen Madrid und Paris) und John Hustons The Roots of Heaven (1958, Die Wurzeln des Himmels) vor der Kamera; er spielte jeweils einen Trinker. In seinem letzten Film, dem Melodram Too Much Too Soon (1958, Ihr Leben war ein Skandal), verkörperte er den britischen Schauspieler John Barrymore. Flynn schrieb drei Bücher: Beam Ends (1937), Showdown (1946) und die Autobiographie My Wicked, Wicked Way (1959). Errol Flynn starb am 14. Oktober 1959 in Vancouver (Kanada) nach einem Herzinfarkt.
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