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Windows Live® Suchergebnisse Volkswagen-KonzernEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Volkswagen-Konzern (kurz VW), Unternehmensgruppe um den größten europäischen Automobilhersteller, die Volkswagen AG, mit Sitz in Wolfsburg. Neben der Volkswagen AG gehören zum Volkswagen-Konzern verschiedene Beteiligungs- und Tochtergesellschaften wie etwa die Audi AG, Bentley Motor Cars (siehe Rolls-Royce), Bugatti, Lamborghini, Seat SA, Škoda sowie Volkswagen-Nutzfahrzeuge. Der Konzern verfügt über mehr als 45 Produktionsstätten in 18 Ländern und beschäftigt weltweit mehr als 340 000 Mitarbeiter, davon rund 160 000 in Deutschland. Pro Jahr setzt VW rund fünf Millionen Fahrzeuge ab, und der Konzern ist in zwei Bereiche gegliedert: (1) Der Automobilbereich umfasst das Pkw- und das Nutzfahrzeuggeschäft. Das Pkw-Geschäft, mit einem Produktangebot vom 3-Liter-Auto bis hin zur Luxusklasse, ist in zwei Gruppen unterteilt, die von der Volkswagen AG und der Audi AG unternehmerisch geführt werden. Zur Volkswagen-Gruppe gehören die Marken Volkswagen, Škoda, Bentley und Bugatti, zur Audi-Gruppe die Marken Audi, Seat und Lamborghini. (2) Der Bereich Finanzdienstleistungen setzt sich aus den Geschäftsfeldern Händler- und Kundenfinanzierung, Leasing und Versicherungen (Volkswagen Financial Services AG) zusammen. Die Volkswagen AG ist im Besitz von europäischen und internationalen Investoren. Das so genannte VW-Gesetz von 1960 regelt, das kein Anteilseigner mehr als 20 Prozent der Stimmen in der Hauptversammlung geltend machen darf, auch wenn er tatsächlich einen größeren Anteil an Aktien besitzt. Damit ist Volkswagen gegen feindliche Übernahmen geschützt. Außerdem räumt das Gesetz dem Land Niedersachsen eine Sperrminorität ein. Die EU-Kommission sieht in dem VW-Gesetz eine Einschränkung des freien Kapitalverkehrs in der EU. Weil die Bundesrepublik das Gesetz nicht außer Kraft setzen will, klagt die Kommission dagegen vor dem Europäischen Gerichtshof, der die Verhandlung im Dezember 2006 eröffnete. Die Aktien der Volkswagen AG werden unterschieden in stimmberechtigte Stammaktien und stimmrechtlose Vorzugsaktien. Die Hauptaktionäre der Volkswagen AG sind (Stand März 2007) die Porsche AG (30,9 Prozent Stammaktien), das Land Niedersachsen (20,8 Prozent Stammaktien) sowie ein US-Investment-Unternehmen (1,6 Prozent Stammaktien). Zusammen mit der Siemens AG und anderen Unternehmen richtete VW einen Entschädigungsfonds für NS-Zwangsarbeiter ein. Bei Volkswagen waren während des 2. Weltkrieges rund 15 000 Zwangsarbeiter beschäftigt.
Mit der Gründung der „Gesellschaft zur Vorbereitung des Deutschen Volkswagens mbH” am 28. Mai 1937 wollte Adolf Hitler in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Konstrukteur Ferdinand Porsche seinen Traum von der Motorisierung des deutschen Volkes durch einen „Volkswagen” verwirklichen, ein Automobil, das weniger als 1 000 Reichsmark kosten sollte. Zur Produktion dieses KdF-Wagens erfolgte 1938 auf der grünen Wiese nahe dem niedersächsischen Schloss Wolfsburg die Grundsteinlegung für die KdF-Stadt mit der größten und modernsten Automobilfabrik Europas. Der 2. Weltkrieg verhinderte die Umsetzung des KdF-Wagen-Projekts, und die 1938 gegründete Volkswagenwerk GmbH wurde stattdessen auf die Produktion von Rüstungsgütern (u. a. Schwimm- und Kübelwagen, Flugzeug- und Raketenteile) umgestellt, bei der auch Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge zum Einsatz kamen. Erst nach Kriegsende 1945 ging der Volkswagen in Serie. Die Wolfsburger Werke standen nun unter der Leitung der britischen Militärregierung, ehe sie im Oktober 1949 in die Treuhandschaft der deutschen Bundesregierung übergingen, die sie unter die Verwaltung des Landes Niedersachsen stellte. Der Volkswagen, später VW-Käfer genannt, wurde zum meistgebauten Auto der Welt. Im März 1950 erweiterte Volkswagen sein Angebot um den äußerst erfolgreichen Typ 2 (VW-Bus), der 1956 einen eigenen Produktionsstandort in Hannover erhielt und die Sparte Volkswagen-Nutzfahrzeuge begründete. Die Umwandlung der Volkswagen GmbH in eine Aktiengesellschaft am 22. August 1960 leitete eine Teilprivatisierung des Unternehmens ein. 60 Prozent des Grundkapitals wurden verkauft und gingen in den Streubesitz, je 20 Prozent blieben beim Land Niedersachsen und beim Bund; der Bund verkaufte im Laufe der Zeit seine Anteile. Zum 1. Januar 1965 ging die damalige Daimler-Benz-Tochter Auto Union GmbH mit Sitz in Ingolstadt, die 1969 mit der NSU Motorenwerke AG zur Audi NSU Auto Union AG (seit 1985 Audi AG) verschmolzen wurde, als selbständig geführte Tochter in den Besitz der Volkswagenwerk AG über. Die gemeinsame Vertriebsplattform firmierte von 1978 bis 1992 unter dem Namen V.A.G. Mit der Gründung der Verkaufsgesellschaft Volkswagen Canada Ltd. in Toronto ging Volkswagen bereits 1952 auch im Ausland auf Expansionskurs. Es folgten Volkswagen do Brasil Ltda (1953), Volkswagen of America Inc. in Englewood Cliffs, New Jersey (1955), Volkswagens de Mexico S.A. de C.V. (1964), Volkswagen of South Africa Ltd. (1966), Svenska Volkswagen AB (1968), die brasilianische Volkswagen Caminhões Ltda (1981), Shanghai-Volkswagen Automotive Company Ltd. (1985) und FAW-Volkswagen Automotive Company Ltd. im chinesischen Changchun (1991). Durch Mehrheitsbeteiligung am Aktienkapital des Kooperationspartners Sociedad Española de Automóviles de Turismo, S.A. (seit 1970) erfolgte ab 1986 die allmähliche Integration des spanischen Automobilhersteller Seat S.A. als dritte eigenständige Marke in den Volkswagen-Konzern. Im Dezember 1990 fasste VW durch Übernahme des staatlichen Automobilherstellers Škoda Automobilová A.S. auf den Automobilmärkten Mittel- und Osteuropas Fuß. Im Rennen mit den Bayerischen Motoren Werken AG um die Übernahme des britischen Luxusautomobilherstellers Bentley Motor Cars Ltd. konnte sich Volkswagen 1998 durch Verzicht auf Rolls-Royce die Marke Bentley sichern. 2000 baute die Volkswagen AG mit einer Beteiligung von 18,7 Prozent an dem schwedischen Lkw-Hersteller Scania AB ihre Position auf dem Nutzfahrzeugmarkt aus. Für Aufsehen sorgte die Volkswagen AG, als sie bereits 1994 zur Sicherung des Standortes Wolfsburg in Zusammenarbeit von Vorstand, Betriebsrat und IG Metall durch Flexibilisierung der Arbeitszeit (Vier-Tage-Woche ohne Lohnausgleich) in Kombination mit gleitenden Einstiegsmodellen und Vorruhestandregelungen neue Wege in der Beschäftigungspolitik beschritt („Wolfsburg AG”).
2006 stieg der Umsatz des Volkswagen-Konzerns im Vergleich zum Vorjahr von fast 94 Milliarden Euro auf knapp 105 Milliarden Euro. Auch der Jahresüberschuss nahm im Vergleich zum Vorjahresergebnis zu, und zwar von etwa 1,1 Milliarden Euro auf mehr als 2,7 Milliarden Euro. Die Zahl der Beschäftigten lag Ende 2006 weltweit bei knapp 325 000 Mitarbeitern (2005: etwa 345 000 Beschäftigte).
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