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Windows Live® Suchergebnisse FunktionalismusEnzyklopädieartikel
Funktionalismus, sozialwissenschaftliche Theorie, in der Kultur und Gesellschaft als funktional aufeinander bezogen aufgefasst wird und mit deren Hilfe die wechselseitigen Verknüpfungen sozialer und kultureller Elemente untersucht werden. Die Gesellschaft wird dabei als das System normierter Handlungen, Kultur als das System der Institutionen verstanden. Der Funktionalismus fragt nach der Funktion der einzelnen Elemente innerhalb des kulturellen und gesellschaftlichen Ganzen und des dahinterstehenden Zielkonzeptes. Diese sozial-anthropologisch orientierte Soziologie einer Gesellschaft als Funktions- oder Strukturzusammenhang wurde von Bronislaw Malinowski und Alfred Radcliffe-Brown entwickelt. In ihrer Theorie übernehmen Einzelelemente, aber auch Prozesse, bestimmte Funktionen, um die Gesellschaft als Ganzes aufrechtzuerhalten. Die Elemente können nicht allein existieren, nur in einem Funktionszusammenhang. Nach Malinowski sind auch die gesellschaftlichen Institutionen auf die Bedürfnisse der Mitglieder dieser Gesellschaft bezogen. Er verstand von daher die Befriedigung dieser Bedürfnisse als Funktion. Funktion kann aber auch, wie bei Radcliffe-Brown, als Beziehung zwischen sozialen Strukturen und Prozessen verstanden werden. Zu den wichtigsten Anregungen des Funktionalismus gehören Herbert Spencers Analogie zwischen Gesellschaft und Organismus, Émile Durkheims Auffassung von der mechanischen und organischen Solidarität sowie Vilfredo Paretos Systembegriff. Der funktionalistische Ansatz in der Soziologie beeinflusste in der Folge sozial- und kulturanthropologische Arbeiten und bildete die Grundlagen zu den strukturell-funktionalen Theorien, insbesondere zu denen von Talcott Parsons und anderen.
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