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Windows Live® Suchergebnisse NanakEnzyklopädieartikel
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Nanak, Guru Nanak, (1469-1539), Begründer des Sikhismus. Nanak wurde in einer hinduistischen Khatrifamilie im Dorf Talvandi, westlich der Stadt Lahore, geboren. Nachdem er eine höhere Ausbildung durchlaufen hatte, trat er als Buchhalter in den Dienst von Daulat Khan Lodi, einem Moghul-Verwalter in der Stadt Sultanpur. Als er 28 Jahre alt war, unternahm Nanak auf der Suche nach Erleuchtung eine lange Pilgerreise, auf der ihn ein muslimischer Musiker namens Mardana begleitete. Um 1520 kehrte er schließlich nach Punjab zurück, wo er sich im Dorf Kartarpur am Ufer des Flusses Ravi, einige Meilen nördlich von Lahore, niederließ. Aufgrund seines Rufes als spiritueller Meister zog er in den darauf folgenden Jahren eine stetig wachsende Anhängerschaft an, die sich selbst als Sikhs (Schüler, Jünger) bezeichneten. Nanak starb im September 1539 in Kartapur, nachdem er einen seiner treuesten Anhänger als seinen Nachfolger bestimmt hatte.
Obwohl eine umfangreiche Literatur über das Leben des Begründers entstand, wird die historische Richtigkeit vieler Erzählungen, die um ihn ranken, angezweifelt. Daher ist die Janam Sakhi, „Geburtsgeschichten”-Literatur, mehr als Zeugnis seiner Anhänger zu verstehen und weniger als geschichtlich zuverlässiger Bericht. So wie viele andere nordindische Mystiker in der hinduistischen wie der islamischen Tradition bestand Nanaks Hauptanliegen darin, den Schleier der Alltagserfahrung zu durchdringen, um ein höheres Bewusstsein und schließlich einen Zustand der Vereinigung mit dem unaussprechlich Höchsten zu erlangen, den er als Sahaj bezeichnete. Für Nanak war das Höchste unbeschreiblich transzendent (jenseits der Welt) und gleichzeitig immanent (der Welt innewohnend). Daher konnte das Ziel des Sahaj weder durch Askese noch durch Befolgen von Ritualen erreicht werden, sondern allein durch geistige Vervollkommnung. Für Nanak lag das Haupthindernis für das Erreichen dieses Zieles im Einfluss von Haumai, Ichbezogenheit, wodurch sich die Seele unweigerlich in den vorübergehenden Freuden der vergänglichen Existenz, Maya, verliert. Nanak zufolge bestand der wirkungsvollste Weg, sich den Wirkungen von Haumai zu widersetzen, darin, die ganze Aufmerksamkeit, insbesondere durch die Praxis von Nam simram (Wiederholung des göttlichen Namens) auf die innere Wahrheit zu richten. Als Folge einer in höchstem Maß hingebungsvollen Verpflichtung zur Wahrheit und mit der Hilfe und Führung des Gurus wäre es möglich, sich des kosmischen Shabd (Ton) immer bewusster zu werden, von dem die Existenz selbst lediglich eine Manifestation sei. Dies ermögliche es dem Anhänger, sich dem Anahad shabad oder nicht angeschlagene Musik in sich selbst allmählich bewusst zu werden. Das allmähliche Bezwingen der menschlichen Leidenschaften würde ihn befähigen, zum mystischen Zustand des Sahaj zu gelangen. Nanaks lehrte in erster Linie das Raj men yog, das Erreichen des höheren Bewusstseins im Alltagsleben. Daher empfahl er seinen Anhängern, entsagungsvolle Askese zu vermeiden und stattdessen die Wahrheit inmitten des Alltags zu suchen und zu erfahren. Deshalb strebte er danach, seine Ideen mit Hilfe konkreter geistiger Bilder in der Umgangssprache auszudrücken, statt abstrakte Begriffe des Sanskrits und Arabischen zu verwenden, wie es die brahmanischen Gelehrten als auch die muslimischen Ulemas taten.
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