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Gavin Hamilton

Enzyklopädieartikel

Gavin Hamilton (1723-1798), schottischer Maler, Kunsthändler und Archäologe. Seine Historiengemälde beeinflussten den Klassizismus stark.

Geboren in Lanark, studierte Hamilton an der Universität von Glasgow Griechisch und ließ sich nach einem Studium in Rom 1754 endgültig dort nieder. Die Ausgrabungen von Herculaneum (1738) und Pompeji (1748) weckten sein Interesse an antiker Kunst: So wurde er Mitglied des um Johann Joachim Winckelmann und Anton Raphael Mengs gruppierten klassizistischen Kreises. Hamilton selbst nahm in den siebziger Jahren bei Ausgrabungen in der Nähe Roms teil. Außerdem studierte er die Malerei des 16. und 17. Jahrhunderts.

Hamiltons Historiengemälde illustrieren überwiegend Szenen aus Werken von Homer und Livius und sind von Nicolas Poussin beeinflusst. Vor flächigem Hintergrund zeigen sie zumeist theatralisch komponierte Figurengruppen. Besonders starken Einfluss übte Hamilton auf Jacques-Louis David aus. Viele seiner populären Bilder wurden von Domenico Cunego in Kupfer gestochen und fanden so weite Verbreitung. Zu Hamiltons Werk gehören ferner Hektors Abschied von Andomache (1775, Sammlung Duke of Hamilton, Edinburgh), Schwur des Brutus (1763-1764, Drury Lane Theatre, London) und Venus verspricht Paris Helena zur Frau (1782-1784, Museo di Roma, Rom).

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