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Hegemonie

Enzyklopädieartikel

Hegemonie (von griechisch hegemon: Führer, Herrscher), in der internationalen Politik die Vorherrschaft eines Staates über eine Gruppe anderer Staaten. Der Begriff wurde zum ersten Mal während der Napoleonischen Kriege in politischem Sinne gebraucht. Die Gebietseroberungen Napoleons in ganz Europa hatten zu einer erdrückenden Vormachtstellung Frankreichs über Kontinentaleuropa geführt. Der Begriff Hegemonie steht in enger Beziehung zu dem des Imperialismus.

Eines der frühesten Beispiele von Hegemonie findet sich in Griechenland zwischen 401 und 371 v. Chr., als der Staat Sparta über einen großen Teil des Landes herrschte; ebenso hatten in China die mächtigsten Vasallenstaaten der schwächer werdenden Zhou-Dynastie im 7. Jahrhundert v. Chr. eine hegemoniale Stellung. Im 20. Jahrhundert versuchte Japan in den dreißiger Jahren durch die Schaffung eines ostasiatischen Großwirtschaftsraumes seinen Einfluss über einen großen Teil Südostasiens auszudehnen. Da Japan nicht genügend Rohstoffe und Ressourcen hatte, beschloss die japanische Führung, dieses Problem durch die Eroberung der angrenzenden Länder zu lösen. Der Versuch Japans, die Hegemonialmacht Ostasiens zu werden, führte 1941, im Rahmen des 2. Weltkrieges, zum Krieg im Pazifik. Deutschland versuchte während der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur, die unumschränkte Hegemonie über Zentraleuropa zu gewinnen.

Die Sowjetunion baute nach dem Ende des 2. Weltkrieges (1945) durch den Warschauer Pakt und die kommunistischen Parteien ihre Macht über Osteuropa aus. Diese Hegemonialpolitik führte dazu, dass die osteuropäischen Länder zu abhängigen Staaten der Sowjetunion wurden und ihrer Souveränität de facto verlustig gingen.

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