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Windows Live® Suchergebnisse Tamil NaduEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Tamil Nadu, Bundesstaat im Südosten Indiens, der im Norden an den Bundesstaat Andhra Pradesh, im Nordwesten an Karnataka und im Westen an Kerala grenzt. Die Grenze zum Osten und Süden bilden der Golf von Bengalen und der Indische Ozean. Bis 1968 trug der Staat Tamil Nadu den Namen Madras; er entstand bei der Gebietsreform von 1956 aus der früheren Präsidentschaft Madras, wobei Teile der Präsidentschaft an die Nachbarstaaten Andhra Pradesh, Mysore (heute Karnataka) und Kerala abgetreten wurden. Tamil Nadu erstreckt sich über 130 058 Quadratkilometer im äußersten Süden der indischen Halbinsel; die Hauptstadt des Staates ist Madras.
Der Staat umfasst einen Großteil der Koromandelküste im Osten, eine breite, flache Schwemmlandebene mit den Mündungsdeltas der wichtigsten Flüsse, insbesondere des Cauvery und seiner Nebenflüsse, die für Tamil Nadu für die Bewässerung und Energiegewinnung von entscheidender Bedeutung sind. Andere Flüsse, vor allem im Norden des Gebiets, führen teilweise nur eine begrenzte Zeit im Jahr Wasser, da die westlich liegenden Berge als Regenfänger wirken. Nach Westen zu schließen sich an die Küstenebene die Hügelgebiete und das Bergland der Ostghats an, das die Höhenzüge von Javadi und Shevaroy im Norden sowie Teile des Cardomomgebirges im Südwesten umfasst. Im äußersten Nordwesten erstreckt sich Tamil Nadu bis zu den Westghats; dort hat es Anteil an den Nilgiri-Bergen bzw. Kunda-Hügeln, die ungefähr 2 500 Quadratkilometer ausmachen und bis auf über 2 600 Meter Höhe ansteigen. Bis auf wenige Ausnahmen weisen nur die relativ feuchten Westghats eine Bewaldung auf, während der Rest des Gebiets von tropischen Savannen und flussbegleitender Vegetation sowie zahlreichen Plantagen geprägt ist.
Das Klima ist durchweg tropisch geprägt, doch finden sich deutliche Unterschiede zwischen den heißeren Ebenen und dem kühleren Hochland. Während der Monsunzeit von Oktober bis November fegen oft Wirbelstürme vom östlichen Indischen Ozean über die Küstengebiete hinweg und verursachen dort schwere Schäden. Die jährlichen Niederschlagsmengen liegen im Durchschnitt ungefähr zwischen 630 und 1 900 Millimetern, wobei der Großteil des Regens in den Bergen fällt; die östlich liegenden Ebenen befinden sich daher im Regenschatten. Insgesamt hat Tamil Nadu damit ein deutlich trockeneres Klima als sein westlicher Nachbarstaat Kerala.
Tamil Nadu hat ungefähr 62,11 Millionen Einwohner. Madras, nicht nur Indiens viertgrößte Großstadt, sondern gleichzeitig bedeutender Seehafen und wichtiges Industriezentrum, hat eine Einwohnerzahl von ungefähr 5,4 Millionen. Madurai, früher nur bekannt für seine Tempel, ist heute ebenfalls ein wichtiges Industriezentrum. Die ethnische Struktur der Bevölkerung Tamil Nadus hat sich seit den Anfängen der Besiedlung kaum verändert; die meisten Einwohner gehören zu den Drawiden aus der gleichnamigen Sprachfamilie. In den Nilgiri-Hügeln leben verschiedene Stammesgruppen, zu denen auch die Toda, Badaga, Kota, Kurumba und Irula gehören. Mehr als 85 Prozent der Bevölkerung sprechen Tamil, die Amtssprache des Landes; im Norden sprechen dagegen ungefähr zehn Prozent der Bewohner Telugu (siehe indische Sprachen). Tamil ist eine der ältesten Schriftsprachen Indiens, und manche der in dieser Sprache verfassten Gedichte sind bereits fast 2 000 Jahre alt. Hindus bilden die größte Religionsgemeinschaft des Landes; kleine Minderheiten stellen Muslime, Jains, Parsen und Christen dar.
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