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Tamil Nadu

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Straßenszene in MadrasStraßenszene in Madras
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Bildung und Kultur

Im ganzen Staat gibt es eine sehr lebendige Musik- und Tanztradition. Madras ist das Zentrum des Bharata Natya, einer der bedeutendsten klassischen Tanzformen Indiens. Auch in Tamil Nadu zeigen Anstrengungen zur Reduzierung der Analphabetenrate Erfolge.

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Verwaltung und Politik

Tamil Nadus gesetzgebende Versammlung besteht aus einer Kammer mit 235 Sitzen, die 57 Vertreter in das indische Parlament entsendet, darunter 18 Vertreter in die Rajya Sabha (Oberhaus) und 39 Vertreter in die Lok Sabha (Unterhaus). Der Bundesstaat besteht aus 18 kommunalen Verwaltungsbezirken. Die gesetzgebende Versammlung wird seit 1967 von tamilischen Parteien dominiert, nachdem der Indische Nationalkongress erstmals von der Dravida Munnetra Kazagam (DMK) geschlagen wurde, einer Partei, die sich für eine volle Autonomie Tamil Nadus einsetzt. In den neunziger Jahren folgte eine weitere Niederlage gegen die All-India Anna Dravida Munnetra Kazagam (AIADMK), eine noch stärker nationalistisch orientierte Splitterpartei der DMK. Die Stärke der tamilischen Parteien spiegelt die Entschlossenheit der Tamilen wider, ihre Kultur und ihren Argwohn gegenüber der Bundesregierung beizubehalten. Die Tamilen haben sich bis heute standhaft gegen die Einführung von Hindi als offizielle Landessprache zur Wehr gesetzt (Hindi ist neben Englisch offizielle indische Amtssprache). In Tamil Nadu ist die Separatistenbewegung der so genannten Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) sehr aktiv, die vermutlich auch 1991 den Mordanschlag auf den früheren Premierminister Rajiv Gandhi verübten, dem dieser zum Opfer fiel.

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Wirtschaft

Neben Kalkstein werden im Inneren Tamil Nadus einige wenige Bodenschätze wie Braunkohle, Gips und Glimmer abgebaut. Der Großteil der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft, die aufgrund der Trockenheit weitgehend auf künstliche Bewässerung angewiesen ist und sich auf die Deltabereiche der Flüsse konzentriert. Das Netz der Bewässerungskanäle, das bereits seit langem existiert und ständig erweitert wurde, weist heute eine Länge von über 20 000 Kilometern auf. Zu den wichtigsten Anbauprodukten gehören Zuckerrohr, Erdnüsse, Ölsaaten, Baumwolle, Bananen, Kartoffeln, Tee und Gewürze. Tamil Nadu gehört zu den Staaten Indiens mit relativ starker Industrialisierung. Das Zentrum der industriellen Produktion liegt im Gebiet der Stadt Madras. Zu den dort produzierten Erzeugnissen gehören Baumwolle, Zucker, Leder (das mehr als 40 Prozent des gesamten indischen Exportvolumens ausmacht), Textilien, Maschinenbauprodukte, petrochemische Erzeugnisse, Kraftfahrzeuge, Betriebsmittel für Eisenbahnen und Präzisionswerkzeuge. Trotz der laufenden Verbesserung der Kapazitäten für die Energieerzeugung herrscht in Tamil Nadu immer noch Stromknappheit. Ein Ende der achtziger Jahre in Auftrag gegebenes Kernkraftwerk hat noch immer nicht seine volle Auslastung erreicht.

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Geschichte

Die Geschichte Tamil Nadus reicht mehr als 2 000 Jahre zurück. Das heutige Landesgebiet wurde in der Vergangenheit von verschiedenen Dynastien beherrscht, unter ihnen vor allem die der Cola, die bis ins 14. Jahrhundert hinein regierten, sowie der Pandiya, Cherea, Pallava und Vijayanagar. Unter diesen verschiedenen Einflüssen entstanden einige der schönsten Tempel und viele der berühmtesten Tänze und Literaturwerke Indiens. Die britische Ostindische Kompanie errichtete 1639 ihre erste Niederlassung in einem Fischerdorf (heute Madras) und dehnte in den folgenden Jahren ihren Einfluss nach und nach, gegen den erheblichen Widerstand der einheimischen Herrscher, ins Landesinnere aus. Als Indien 1947 unabhängig wurde, war Tamil Nadu ein Teil der Präsidentschaft Madras, eines früheren Verwaltungsbezirks, von dem es 1956 als Bundesstaat abgetrennt wurde.

Ende 2004 suchte eine schwere Naturkatastrophe Tamil Nadu heim: Der gewaltige Tsunami, der durch ein Seebeben vor der Insel Sumatra in fast 2 000 Kilometer Entfernung ausgelöst worden war, verwüstete weite Teile der Küste des Bundesstaates und forderte hier etwa 8 000 Opfer. Besonders schwer betroffen war die Hafenstadt Nagapattinam etwa 250 Kilometer südlich von Madras.

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