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Windows Live® Suchergebnisse Tendai-SchuleEnzyklopädieartikel
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Tendai-Schule (auch Wade-Giles, T’ien-t’ai), bedeutende chinesisch-japanische Schule des Mahayana-Buddhismus, benannt nach dem Berg T’ien-t’ai im Südosten von China, wo ihr erstes Kloster gegründet wurde. Heute ist die Schule allgemein unter ihrem japanischen Namen bekannt, da sie insbesondere in Japan an Ansehen und Einfluss gewann, während sie sich in China bereits im 13. Jahrhundert weitgehend auflöste.
Die Tendai-Schule entwickelte sich anfangs aus dem Studium des Lotos-Sutra oder Saddharmapundarika-Sutra („Sutra des Lotos des guten Gesetzes”), eines bedeutenden Werkes des Mahayana-Buddhismus. Das Lotos-Sutra wurde erstmals im 3. Jahrhundert n. Chr. ins Chinesische übersetzt, und im 6. Jahrhundert gründete dann der chinesische Mönch Zhiyi (538-597 n. Chr.) auf dem Berg T’ien-t’ai ein Kloster, wo er seine Deutung des Sutra lehrte. Er brachte alle vorhandenen Sutras des Theravada und Mahayana in ein fünfteiliges Schema, das die unterschiedlichen Ebenen der von Buddha offenbarten Lehren zusammenfasste und stellte die Lotos-Sutra als höchste Synthese der buddhistischen Lehre dar. Dadurch erhielt die Schule ihre sprichwörtliche Vielfalt und die Möglichkeit, auch andere buddhistische Bewegungen in sich aufzunehmen bzw. hervorzubringen. Von Nagarjuna übernahm die Schule auch das Prinzip der dreifachen Wahrheit: (1) alle Dinge sind leer und entbehren jeglicher wesentlicher Wirklichkeit, (2) alle Dinge besitzen eine vorläufige Wirklichkeit, (3) alle Dinge sind gleichzeitig sowohl absolut unwirklich wie auch vorläufig real. Folglich bildet die vergängliche Welt der Erscheinungen eine Einheit mit dem unveränderlichen und undifferenzierten Urgrund des Daseins. Diese Lehre wurde in einer komplexen Kosmologie von 3 000 sich gegenseitig durchdringenden Daseinsbereichen entwickelt.
Im 8. und 9. Jahrhundert wuchs die von Zhiyi gegründete Gemeinschaft schnell an und entwickelte sich zur wichtigsten buddhistischen Gemeinschaft Chinas, wobei das Stammkloster auf dem Berg T’ien-t’ai zu einem bedeutenden Zentrum buddhistischer Studien wurde. 804 kam der japanische Mönch Saicho (767-822) zum Studium in das Kloster und kehrte mit einer Lehre zurück, die das Kernstück der japanischen Tendai-Schule bilden sollte und die er von dem neuen klösterlichen Zentrum auf dem Berg Hiei bei Kyoto verkündete. Zunächst widersetzten sich ihm die Mönche des alten buddhistischen Zentrums von Nara, die sich bei der Ordination nach dem Theravada richteten anstatt nach den von ihm vertretenen Mahayana-Regeln. Der japanischen Tendai-Schule fügte er auch Elemente des Zen und des esoterischen Buddhismus hinzu. 823, kurz nach Saichos Tod, wurde die neue Sekte von der kaiserlichen Regierung schließlich anerkannt, was zur Begründung des Mahayana-Buddhismus in Japan führte. Durch die beiden bedeutenden Tendai-Mönche, Ennin (794-864) und Enshin (814-891), wurde der Einfluss der Sekte, insbesondere am Hof, größer, und um das Klosterzentrum auf dem Berg Hiei, Enryakuji, entstand eine weitläufige Tempelanlage. Während sich die chinesische Tendai-Schule nach den großen Buddhistenverfolgungen aus dem Jahre 845 niemals wieder richtig erholen konnte, entwickelte sie sich in Japan neben der Shingon-shu zu einer der vorherrschenden Sekten der Heian-Zeit, Japans goldenem Zeitalter (794-1185). Die Tendai-Schule, die als elitärer galt als die Shingon-Schule und insbesondere unter dem Adel der Heian-Zeit verbreitet war, förderte die Synthese des Buddhismus mit dem japanischen Shintoismus. Es gelang ihr, sich rechtzeitig Wohlstand und politische Macht zu sichern, und während der Wirren gegen Ende der Heian-Zeit verließen bewaffnete Mönche und Laienbrüder den Berg Hiei und übten Druck auf die Regierung aus. Auch die Spaltungen innerhalb der Schule führten gelegentlich zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen den Mitgliedern der verschiedenen Tempel des Berges Hiei. Aufgrund ihrer pluralistischen Lehre begünstigte die Tendai-Schule die Bildung neuer Richtungen. So z. B. hatten sowohl die japanische Zen-Bewegung wie auch der Reines-Land-Buddhismus ihren Ursprung in der Tendai-Schule, spalteten sich schließlich von ihr ab und entwickelten ihre eigenen Gemeinschaften und Glaubensformen. Die Schule wurde zunehmend weltlich und konnte ihre Macht und ihren Einflussbereich bis 1571 aufrechterhalten, als Oda Nobunaga, der die Einigung Japans herbeiführte, die Klosteranlage Enryakuji angriff und zerstörte, wobei ihre Mönche als auch die Ortseinwohner niedergemetzelt wurden. Obwohl ihre militärische und politische Macht somit gebrochen war, überlebte die Tendai-Schule als wichtige Strömung innerhalb des japanischen Buddhismus und umfasst heute circa fünf Millionen Anhänger.
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