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  • Roman Jakobson: Linguistik und Poetik

    23.10.1896, Moskau † 18.07.1982, Boston. Linguist und Philologe. Roman Jakobson ist einer der einflußreichsten Vertreter des Strukturalismus.

  • Strukturelle Linguistik

    Trubetzkoy, Roman Jakobson) von der Struktur eines Systems zu sprechen, wobei Struktur den Charakter der Sprache als System hervorheben soll. Struktur meint Ordnungszusammenhang ...

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Roman Jakobson

Enzyklopädieartikel

Roman Jakobson (1896-1982), amerikanisch-russischer Literatur- und Sprachwissenschaftler. Mit seinen innovativen linguistischen und poetologischen Arbeiten wurde er zu einem der einflussreichsten Sprachwissenschaftler des 20. Jahrhunderts und zu einem wichtigen Wegbereiter des Strukturalismus.

Jakobson wurde am 11. Oktober 1896 in Moskau geboren. Er war 1915 Mitbegründer des Moskauer Linguistischen Kreises und ab 1917 Mitglied der Gesellschaft zur Erforschung der poetischen Sprache Opojaz in Sankt Petersburg; neben Wiktor Schklowskij, Boris Eichenbaum und Jurij Tynjanow gehört er zu den wichtigsten Vertretern des so genannten Russischen Formalismus. 1920 ließ er sich in Prag nieder. Dort trug Jakobson 1926 zur Gründung der Prager Schule (Cercle linguistique de Prague) bei, deren Vizepräsident er bis 1939 war. Von 1933 bis 1939 hatte er eine Professur für russische Philologie in Brünn, ab 1936 auch für mittelalterliche tschechische Literatur. Jakobson ging 1939 nach Skandinavien und arbeitete als Gastprofessor in Kopenhagen, Oslo und Uppsala. 1941 emigrierte er in die Vereinigten Staaten, wo er von 1943 bis 1949 an der Columbia University und von 1949 bis 1967 an der Harvard University Slawistik und Allgemeine Sprachwissenschaft lehrte. Darüber hinaus arbeitete er ab 1957 am Massachusetts Institute of Technology (MIT). 1956 wurde er zum Präsidenten der Linguistic Society of America ernannt.

Für seine Arbeiten erhielt er den Internationalen Preis für Philologie und Linguistik (1980) und den Hegelpreis (1982). Jakobson trug zur Entwicklung eines spezifisch linguistischen Ansatzes der Stilanalyse bei, der später als linguistische Stilistik bezeichnet wurde. Zusammen mit Nikolaj Trubetzkoy entwickelte er eine strukturalistische Phonologie, deren Theorie der distinktiven Merkmale als eine der größten Errungenschaften der Prager Schule gilt. Darüber hinaus trug er Bedeutendes zum Lautlernprozess bei Kindern, zur Aphasie und zur Struktur der slawischen Sprachen bei. Seine Hauptwerke sind Child Language, Aphasia and Phonological Universals (1941; Kindersprache, Aphasie und allgemeine Lautgesetze), Fundamentals of Language (1956) und The Sound Shape of Language (1979; Die Lautgestalt der Sprache). Die Selected Writings (1962-1988) liegen in einer achtbändigen Ausgabe vor. Der Band Poetik (1989) versammelt Aufsätze von 1921 bis 1971, Semiotik Texte von 1919 bis 1982. Roman Jakobson starb am 18. Juli 1982 in Boston (Massachusetts).

Unter dem Titel My Futurist Years (1998; Meine futuristischen Jahre) erschien ein autobiographischer Band, entstanden aus drei Gesprächen mit dem Herausgeber Bengt Jangfeld 1977.

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