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Windows Live® Suchergebnisse JetlagEnzyklopädieartikel
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Jetlag, nach Langstreckenflügen auftretende, physiologische Störungen wie Unwohlsein, Benommenheit, Schlaflosigkeit und andere Schlafstörungen. Jetlag tritt auf, wenn beim Flug mehrere Zeitzonen überwunden wurden und daher die biologische (innere) Uhr des Menschen nicht mit den Verhältnissen in der Zeitzone am Zielort übereinstimmt. Dadurch gerät der normale Tages- und Nachtrhythmus von Schlafen, Wachen, Essen, Trinken und anderen Tätigkeiten durcheinander; es dauert je nach Ausmaß der Zeitzonendifferenz und abhängig von der körperlichen Konstitution meist mehrere Tage, bis sich der Körper an die neue Ortszeit gewöhnt hat und die Symptome des Jetlag nicht mehr auftreten.
Zum Jetlag kommt es nur bei Flügen in westliche oder östliche Richtung, bei denen drei oder mehr Zeitzonen überquert werden. Bei Flügen von Nord nach Süd oder umgekehrt werden keine Zeitzonen durchquert, und daher tritt auch kein Jetlag auf. Würde ein Mensch einmal um die ganze Welt fliegen und somit am Ende wieder in seine ursprüngliche Zeitzone zurückkehren, würde er ebenfalls nicht unter Jetlag leiden. Die Umstellung fällt bei einem Flug in Richtung Osten schwerer als bei einem Flug nach Westen; es kann dabei bis um die Hälfte länger dauern, ehe man sich von einem Flug in östliche Richtung gegenüber einem gleich langen Flug nach Westen erholt hat. Fliegt man nach Westen, so dauert der Tag länger als gewöhnlich; da der natürliche Tagesrhythmus des Körpers etwa 25 Stunden dauert, kann sich der Körper eher an diese Veränderung gewöhnen. Normalerweise gleicht sich die innere Uhr des Körpers (der so genannte circadiane Rhythmus) täglich an den Hell-Dunkel-Wechsel an und reagiert daher auf den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus. Andere Faktoren, z. B. Essen, Trinken, Arbeiten, sportliche Betätigung oder die Schlafgewohnheiten, spielen ebenfalls eine Rolle bei der Einstellung unserer inneren Uhr. Wird der Körper plötzlich in eine andere Zeitzone versetzt, laufen all diese Orientierungsfaktoren entgegen dem inneren Rhythmus ab, was die Symptome des Jetlag hervorruft. Der Wechsel von hell und dunkel regelt über die Epiphyse den circadianen Rhythmus. Fällt Licht in das Auge ein, trifft es auf die Netzhaut (Retina). Von dort werden Signale an den Hypothalamus (einen Teil des Zwischenhirns) gesandt. Dieser Ablauf findet unabhängig vom Sehvorgang statt und beginnt bereits im siebten Schwangerschaftsmonat. Der Hypothalamus sendet wiederum Signale an die Epiphyse im Gehirn, die manchmal auch als „drittes Auge” bezeichnet wird. Gesteuert von den Signalen des Hypothalamus, sondert die Epiphyse Melatonin ab. Wenn es dunkel ist, wird Melatonin ausgeschüttet, was Müdigkeit hervorruft. Wenn es hell ist, wird die Melatoninausschüttung reduziert, was die Aktivität des Körpers anregt. Wenn man die Ursachen der Jetlag-Symptome versteht, kann man sie etwas mildern. Dauert eine Reise nur einige Tage, so ist es vielleicht möglich, den gewohnten Tagesablauf beizubehalten, so wie ihn der Körper erwartet. Beispielsweise kann man zur gleichen Zeit wie gewohnt schlafen und essen und wichtige Termine in einen Zeitabschnitt legen, der für den Körper wie zuvor als Tag empfunden wird. Eine andere Möglichkeit wäre, die innere Uhr schon vor der Reise etwas anzugleichen, indem man früher oder später isst und schläft, damit der Zeitunterschied bei der Ankunft nicht so groß erscheint.
Jetlag sollte nicht mit Müdigkeit verwechselt werden, die auf den Stress und die Anstrengungen der Reise zurückzuführen ist. Bis man sich gänzlich vom Jetlag erholt, kann es bis zu zwei Wochen dauern. Die meisten Symptome halten jedoch nicht so lange an. Zu den durch das Jetlag verursachten Symptomen zählen Schläfrigkeit am Tage, Orientierungslosigkeit, Konzentrationsmangel, verminderte Reaktionsfähigkeit, Verdauungsstörungen, Appetitmangel, plötzliche starke Hungergefühle, häufigerer nächtlicher Harndrang und Stuhlgang, Reizbarkeit, Niedergeschlagenheit, Stimmungsschwankungen (die möglicherweise vom Schlafmangel herrühren), Kopfschmerzen und Störungen des Menstruationszyklus, die normalerweise nur bei häufig reisenden Personen, z. B. Flugbegleiterinnen, auftreten. Bei Medikamenten, die zu bestimmten Tagesrhythmen eingenommen werden müssen, können Schwankungen in ihrer Wirksamkeit auftreten. Bereits vorhandene Magengeschwüre können sich eventuell verschlimmern; dies liegt daran, dass die Mahlzeiten nicht zu den gewohnten Zeiten eingenommen werden, weshalb die Magenschleimhaut weniger Schleim und vermehrt Magensäure produziert.
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